Nervige Bettelampel

Für den Radweg am Kaiser-Friedrich-Ufer gibt es verschiedene Bezeichnungen. Er wird unter anderem „Eimsbütteler Fahrradhighway“ genannt. Die Veloroute 3* führt über einen Teil des Radweges. Beides suggerierte für mich, dass ich hier schnell vorankomme.

Von der Kreuzung Hoheluftbrücke gen Westen fahrend, erlaubt der Radweg maximal zwei Radfahrer nebeneinander oder sich entgegenkommend. Sobald jemand vor mir fährt, der in seine Träume versunken ist, werde ich morgens ausgebremst.  Zu viele** Fahrradfahrer sind auf dem Weg zur Arbeit. Ergibt sich eine Lücke zum Überholen, kann ich trotzdem nicht mein Tempo (20-25 km/h) fahren. Die Bettelampel an der Kreuzung Mansteinbrücke / Bismarckstraße bremst mich.

Bettelampel an der Kreuzung Mansteinbrücke / Bismarckstraße
Bettelampel an der Kreuzung Mansteinbrücke / Bismarckstraße


Diese Bettelampel zeigt standardmäßig Rot für Fußgänger und Radfahrer. Das bedeutet abbremsen, langsam ranrollen, Signal anfordern. Nach dem Drücken dauert es etwa 20-30 Sekunden, bis die Ampel umspringt. Die Schüler der Schule auf der gegenüberliegenden Seite gehen derweil fünf Meter weiter links einfach so über die Straße. Autos queren kaum. Selbst zur Stoßzeit fährt hier wenig motorisierter Verkehr.

Warum gibt es so eine Bettelampel auf einer Veloroute? Warum gibt es so eine Bettelampel für einen viel genutzten Rad- und Gehweg?

Da verstehe ich die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) nicht. Sie weigert sich, Ampeln so zu schalten, dass die Benachteiligung für FußgängerInnen und Radfahrende durch »Bettelampeln« an Kreuzungen beseitigt wird. Schade.

 

*als ich nach Hamburg zog und von den Velorouten hörte, vermutete ich, dass dies gut ausgeschilderte, breite Radwege seien. So eine Veloroute würde vermutlich Radtouristen gut durch die Stadt leiten, Pendler auf Achsen in die Stadt führen. Schnell vergaß ich diesen Begriff wieder, da ich keinen Radweg entdeckte, der meinen Vermutungen entsprach. Entsprechend fielen mir die Schilder nicht auf. Dazu irgendwann mal mehr.

**zu viele für die Breite des Radweges. Erfreulich, dass es auch im Winter immer mehr werden, die in Hamburg für den Alltagsweg aufs Rad steigen.

2 comments

  1. Was in Deutschland meistens despektierlich „Bettelampel“ genannt wird, ist in Holland eine Normalität, die aber bei Betätigung in sehr vielen Fällen sehr schnell zum „Erfolg“ führt: Ich kenne solche Ampeln, die innerhalb von 10 Sekunden auf Grün für den Radfahrer umschalten. Auch gibt es immer mehr Stellen, an denen die Ampelphasen durch Induktionsschleifen gesteuert werden. Auch für Radfahrer! Das scheint aber für deutsche Ingenieure zu kompliziert.

  2. So schwierig scheint das mit den Induktionsschleifen nicht zu sein:
    https://www.youtube.com/watch?v=U5VxHUcy4Sg

    Aber von Seiten der Behörden muss der Wille da sein den Radverkehr ernsthaft zu fordern. Würde man den Radverkehr wirklich ernst nehmen, könnte man sich an dieser Stelle auch ein Dauergrün für Fußgänger und Radfahrer und eine Anforderungsschaltung für den motorisierten Verkehr (über Induktionsschleife) vorstellen.
    Aber dafür fehlt der Politik und der Verwaltung leider der Mut.

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