Klara – das kostenlose Lastenrad für Hamburg

 

Klara - das kostenlose Lastenrad für Hamburg

Klara ist da! Als kostenloses Lastenrad für Hamburg kann sie seit letzter Woche ausgeliehen werden. Sonnabend haben Fiete und ich sie kennengelernt.

Klara - bereit ausgeliehen zu werden
Klara – bereit ausgeliehen zu werden

Klaras derzeitige Ausleihstation ist AHOI Velo am Schlump. Dort war zum verabredeten Zeitpunkt auch ein Team des NDR* vor Ort, um sie zu filmen. 185 kg Zulast inklusive Fahrer transportiert die gute Dame. Das musste ausprobiert werden. Ein Getränkemarkt war das erste Ziel, gefolgt von Supermarkt und Bäcker. Direkt zeigte sich der Vorteil des Lastenrades gegenüber dem Auto in der Stadt: Mit Klara und Fiete waren wir erheblich schneller bei den einzelnen Läden als der NDR Bulli.

Bald stapelten sich Getränkekisten und Lebensmittel auf Klaras Ladefläche.  Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie viel Klara transportierte, wurden die Einkäufe in einen Fiat 500 verladen: Sie passten soeben hinein, nahmen auch den Beifahrersitz in Anspruch.

Klara beladen und gefilmt
Klara beladen und gefilmt

Während gefilmt wurde, schloss neben mir ein Pärchen seine Räder an. „Schau mal, da ist Klara!“ hörte ich. Unglaublich, Mitte der Woche erschien der erste Artikel zu Klara, die Nachricht verbreitete sich fix in der Online-Radcommunity und schon wurde Klara wiedererkannt.

Die Idee zu Klara kam dem Initiator übrigens, als er von Kasimir hörte, dem ersten freien Lastenrad in Deutschland, das in Köln fährt. Mit weiteren radbegeisterten Hamburgern nahm er das Projekt „Kostenloses Lastenrad für Hamburg“ vor anderthalb Jahren in Angriff. Nun wo Klara endlich fährt, sammeln die sechs Ehrenamtlichen erste Erfahrungen mit dem Betrieb des Lastenrades. Prompt erreichen sie Fragen nach weiteren freien Lastenrädern. Geplant sind derzeit keine weiteren Geschwister für Klara. Denen, die ebenfalls ein freies Lastenrad organsieren möchten, geben die Sechs gerne ihre Erfahrung weiter.

Für mich war interessant zu erfahren, nach welchen Kriterien Klara ausgesucht wurde:

  • Zweirad – schlank und ähnliches Fahrgefühl wie Alltagsräder
  • Gute Bremsen – ein Muss für sicheres Fahren
  • Nabenschaltung – ermöglicht Schalten im Stand beispielsweise an der Ampel
  • Robust
  • Gewicht – moderat, damit sie ggf. in Keller oder S-Bahn getragen werden kann

Für die Technikfreunde: Zurzeit ist Klara mit einer 11-Gang Alfine samt Riemenantrieb ausgestattet. Sie soll noch auf eine 14er Rohloff mit Kettenantrieb umgerüstet werden. Ein Gepäckträger, um zusätzliche Packtaschen anhängen zu können, ist ebenfalls geplant.

Klar, dass ich Klara auch noch gefahren bin. Der Tipp „guck nicht aufs Vorderrad, nur in die Richtung, in die du fahren möchtest“ half (und erinnerte mich ans Surfen: „Never look at the nose, focus on the beach!“). Nach den ersten wackeligen Metern fuhr sie sich richtig gut, ließ sich mit einem kleinen Wendekreis wenden.

Klara, Fiete und ich vor dem ersten Testfahren
Klara, Fiete und ich vor dem ersten Testfahren

Am liebsten hätte ich sie gleich mitgenommen. Fiete passt rein, ideal, um sie am jeweiligen Standort abzuholen. Da werde ich sie mir demnächst für einen Sperrmülltransport ausleihen, statt wie bisher alles auf mein Alltagsrad zu stapeln.

Wie und wo Klara ausgeliehen werden kann, steht hier.

 

*der NDR Beitrag zu Klara wird diese Woche im Hamburgjournal zu sehen sein.

Nachtrag, 27.10.2015: voilà der Link auf den NDR Beitrag

 

6 comments

  1. … sag ich ja 🙂 Ein Lastenrad verändert das Einkaufverhalten erheblich. Auch Leerfahrten liebe ich mit meinem Dicky.
    Jeder, der es erlebt, wie einfach es ist, einen Einkaufswagen direkt in die leeren Taschen in die Transportwanne umzufüllen, wird es zukünftig hassen, alles über Tüten und Taschen in den Kofferraum eines Autos zu transportieren – vom Ausladen ganz zu schweigen… mit dem Cargovelo fahre ich direkt vor die Eingangstür.
    Einen Nachteil gibt es aber: Dieses Rad so einfach in den Keller tragen … geht gar nicht, auch wenn das TrioBike etwas leichter ist als das Bullitt (3kg). Einen Abstellplatz sollte ein Cargobike also haben.
    Treppen runter geht gut, rauf geht nur mit enormen Aufwand, indem man es rückwärts hinauf zieht.
    Trotzdem:
    Dicky war der genialste Schritt in meiner Fahrradwelt 🙂
    http://www.bikespresso.net
    http://www.bikespresso.de

    Die Klara werde ich mir zum Vergleich aber auch einmal ausleihen … das Konzept des TrioBike’s ist ähnlich dem des Bullitt’s, vielleicht eine nicht ganz so sportliche Abstimmung.
    RideOn,
    Christian

  2. Klingt ja alles sehr schön – wenn ich nur einen Einkaufsort habe. Dennoch muss man wohl eingestehen, dass man beim Parken an mehreren Einkaufsstationen hintereinander den Nachteil hat, dass man die Waren nicht wie im Auto wetter- und sichtgeschützt und diebstahlsicher verschließen kann, während man im Laden beim Einkaufen ist.

    1. Vor Wetter schützen kein Problem mit meiner Schutzplane, ansonsten lasse ich Dicky beladen vorm Laden stehen – bisher ist noch nichts geklaut worden 🙂 … und wenn: Mundraub ist für’n guten Zweck 😛

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