Ältere Damen fordern ihr Recht auf Gesundheit

Die Max-Brauer-Allee in Hamburg gehört zu den 15 dreckigsten Straßen Deutschlands. Die Luftverschmutzung liegt im Schnitt bei 58 % über den zulässigen EU Grenzwerten, die seit 2010 gelten*. Das spüren die alten Damen des Nyegaardstiftes, direkt an der Max-Brauer-Allee, am eigenen Leib. Sie leiden unter dem Lärm und der Luftverschmutzung. Ein Öffnen der Fenster ist kaum möglich, dazu kommt der Abgasruß, der sich auf allem ablegt. Besonders besorgniserregend ist, dass die Zahl der Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Probleme bei den Anwohnerinnen stetig ansteigt.

So sieht’s in der Max-Brauer-Allee im Mai 2016 aus. Quelle: ADFC Hamburg

Die Stadt Hamburg wurde zuletzt 2014 verurteilt, Gegenmaßnahmen einzuleiten. Heute, im Jahr 2016, werden die EU Grenzwerte weiter überschritten. Sechs Jahre nach ihrem Inkrafttreten. Nun fordern die Anwohnerinnen ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit ein. Sie verlangen die Einführung von Tempo 30 als schnelle, wirksame Maßnahme.

Unterstützt werden sie dabei vom ADFC mit der Kampagne „Läuft„, BUND, Nabu und zwei Altonaer Stadtteilforen. Für Mittwoch, den 15.6.2016, rufen die Ladies zur Demonstration auf. Los geht’s um 18 Uhr an der Haltestelle Gerichtsstraße.

Diese Ladies verdienen es einfach, dass am Mittwoch viele dabei sein werden!

Aufruf zur Demo am 15.6.2016
Aufruf zur Demo am 15.6.2016

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tipp: Wer in einer Straße mit hoher Lärm- oder Schadstoffbelastung wohnt, kann einen Antrag auf Schutz vor diesen Belastungen stellen, die Umsetzung von Tempo 30 fordern. Wie das funktioniert und was zu beachten ist, ist auf den Seiten des ADFC Hamburg nachzulesen (Link).

 

 

*Peinlich: Deutschland hat die Grenzwerte 2010 – 2014 für drei von vier Schadstoffen nicht eingehalten wie gerade veröffentlichte Daten des Europäischen Umweltbundesamtes aufzeigen.

Kernpunkte der Datenauswertung von 2010 - 2014. Quelle: Europäische Bundesumweltamt
Kernpunkte der Datenauswertung von 2010 – 2014.                   Quelle: Europäische Bundesumweltamt

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