How George, the Brompton, came into my life

Meine Bromptonbegeisterung und insbesondere die für Fiete hält nicht nur an, sie steckt immer mehr Freundinnen & LeserInnen an. Conny, die inzwischen in London lebt, hat’s nun auch erwischt. Danke Conny, dass du schilderst, wie George in dein Leben kam!

Ein Fahrrad sollte also her. Zum einen fahre ich gerne Fahrrad, zum anderen konnte ich so endlich die Central Line oder die Hammersmith & City Line auf dem Weg zur Arbeit meiden und würde trotzdem nicht 5 Stunden, sowie mit dem Bus, durch den Londoner Berufsverkehr brauchen. Und wenn ich ganz ehrlich bin, dann wollte ich einfach nur so cool aussehen wie die ganzen Hipster auf ihren Rennrädern.

Die Voraussetzungen waren ganz einfach: Leicht musste es sein, denn wir hatten draußen nichts zum Anschließen und in die Wohnung führten zwei sehr steile Treppen. Aufgeregt besuchte ich dann einen Fahrradladen und erklärte dem Verkäufer meine Voraussetzungen. Er lief schnurstraks zu den Bromptons und meinte, dies sei genau das Rad, das dafür am besten geeignet sei. Es sei nicht zu schwer mit 11 kg und handlich eben dadurch, dass es ein Faltrad sei. Außerdem würde es sauviel Spass machen, damit zu fahren. Er habe eins, seine Freundin habe eins – und arbeite im Brompton-Shop und erzählte mir von ihrem rosa-beigen Brompton – und der andere Verkäufer sowieso. Ich konnte dann ein rotes Brompton für 24 Stunden zum Test haben. Damit ging es dann ab nach Hause über die Oxford Street, am Hyde Park entlang und über den schrecklichen Kreisel in Shepherd’s Bush. Zu Hause angekommen war das Glücksgefühl hoch und ich textete Miri von hamburgfiets.de, die mir vor 2 Jahren schonmal Fiete für 2 Minuten zum Ausprobieren auf einer CM gegeben hatte. Während der Fahrt war alles entschieden: Ich würde definitiv ein Brompton nehmen. Von Miri sammelte ich dann erst einmal Tipps, welche Ausstattung gut sei und Sinn machte.

[Anmerkung hamburgfiets: Als ich das erste Bild des Leihbrommies im Treppenhaus bekam, flankiert vom Bild vor der Haustür, auf der Treppenstufe, .., war mir klar, die Entscheidung für ein kleines Rad war gefallen. :)]

Auf dem Weg zur Arbeit am nächsten Morgen merkte ich dann, was das Gefährlichste auf London Straßen ist . Und es sind nicht die vielen Löcher – die Straßen sind so dermaßen schlecht, dass Eimbüttler Rad-/Gehwege = Platten, die kreuz und quer stehen aufgrund der Bäume, lachhaft gut sind – oder die Autos und Busse. Nein, es sind die anderen Fahrradfahrer! Die meisten verstehen keinen Spaß, da der Weg durch London Kampfzone ist. Und durch die muss man so schnell wie möglich. Ohne Rücksicht auf Verluste. Gut, mit ein bisschen Übung bekomme ich das auch hin. Schließlich habe ich 2 Jahre Kamikaze-Fahrradfahr-Erfahrung in Cambridge vorzuweisen.

Nun ist so ein Brompton ja aber teuer. Doch durch einen Kollegen bekam ich den tollen Tipp, das einfach über das Ride2Work Scheme zu machen, bei dem auch unsere Agentur teilnahm. Man kann einen Gutschein für Fahrrad und Zubehör bis zu GBP 1.000 bei bestimmten Fahrradläden beantragen. Der wird dann vom Arbeitgeber erst einmal bezahlt und dem Arbeitnehmer dann in 12 Raten vom Bruttogehalt abgezogen. Je nach persönlichem Steuersatz kann man bis zu 42 % des originären Kaufpreises sparen. Das ist ein großartiges Konzept, um das Fahrrad zur Alternative von Tube und Bus attraktiver zu machen.

Ja, und dann hielt ich Ausschau nach einem Brompton für mich und verguckte mich an einem sonnigen Sonnabend im April in Covent Garden in George. Black Edition, weißer Rahmen, H-Lenkung, 6-Gänge. Keine 5 Minuten später stand er unten in der Werkstatt zum Sicherheitscheck. Doch es sollte aufgrund der Finanzierung noch mehr als 2 Wochen dauern, bis George und ich durch die City cruisen, naja, holpern, konnten.

Am 4. Mai am späten Nachmittag war es dann soweit. Mir wurde das Falten und Entfalten beigebracht, was ganz gut klappte, und dann musste ich mich sputen, wenn ich um 18 Uhr in West-London bei einer Wohnungsbesichtigung sein wollte. Da es aber zu spät war, um die ganze Strecke zu radeln, sollte es ab in die Tube gehen.

Tja, und dann stand ich unter Zeitdruck in der Sonne, vor der Tube Station Covent Garden, schwitzte ohne Ende und fluchte vor mich hin, als ich vergeblich versuchte, George gefaltet zu lassen. Optionen? Termin verschieben um 30 Minuten. Taxi? Viel, viel, viel zu teuer. Uber hatte ich noch nicht als App und lernen, das Fahrrad zu falten musste ich ja eh, also George zurück in den Shop geschleppt. Dieses Mal nahm die Freundin des Verkäufers sich mir an und liess mich eiskalt mindestens 10 Mal (na gut, eher 6 Mal), George auf- und zusammenfalten. Das lief dann also zum Schluss.

Auf dem Weg in die tube durch die breite Schleuse meinte der TfL-Mitarbeiter freundlich zu mir und auf George zeigend: « That’s going to be my birthday present. ». George und ich schafften es dann noch pünktlich zur Besichtigung. Nach seiner Erfahrung in der Tube durfte er dann noch Jeep fahren. Und Umzugswagen 3 Wochen später.

Meine Schwester fuhr bei ihrem Besuch neulich George Probe und will nun auch ein Brompton. Es ist einfach ansteckend. Als wir dann später im Park saßen, haben wir innerhalb einer Stunde 13 Brompton an uns vorbeifahren sehen.  London ist ja aber auch ihre Heimat.

Das Schöne an Brompton bzw. Falträdern in London ist, dass sie die einzigen Räder sind, die man immer, also zu jeder Zeit, mit in die Tube nehmen kann. Das ist sehr praktisch für Schönwetterfahrer wie mich, denn es regnet ja nun einmal häufiger in London.  So wie in Hamburg.

 

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