Bloggertreff & Women in Cycling – Fahrradschau 2017 (II)

Nach dem ersten, ereignisreichen Abend der Berliner Fahrradschau (BFS) 2017, folgten zwei ähnlich intensive Tage.

Sonnabend

Gleich am Eingang der ersten Halle gab’s ein unverhofftes Wiedersehen mit drei Hamburger Bromptonauten, um wenige Schritte weiter ein buntes Brommie zu sichten und ihnen gleich Patrick von boxbike vorzustellen – fünffache Bromptonleidenschaft! Patricks Brommie leuchtet nicht nur in allen Farben, es reflektiert auch im Dunkeln. Ich war beeindruckt, was mit etwas Folie möglich ist – und überlege, was an Ayk gut aussehen würde.

 

Diskussion „The Future Is Female“

Mit der Diskussion „The Future is Female – Growing potential of women in cycling“ begann dieser Fahrradschautag spannend und lebhaft. Diskutiert wurde über die wachsende Bedeutung von Frauen nicht nur im Radsport, sondern auch in Radindustrie und -alltag. Besonders fasziniert haben mich dabei persönliche Erfahrungen der Diskutantinnen und des Publikums. Carolyn (Velocity Cyclewear) gründete ihr Unternehmen aus dem praktischen Aspekt heraus, dass sie schlicht keine adäquate Kleidung fand, die sich sowohl zum Radfahren als auch im Büro tragen lässt. Wichtig war ihr, dass beispielsweise Hosen nicht nur bequem und reflektierend sind, sondern auch wie „normale“ Hosen aussehen. Zunächst bot sie Kleidung nur für Frauen an. Da jedoch immer öfter auch Männer nach ihren Jeans fragten – ihr Gedanke: „Why? There’s already so much on the market for men?“ – hat sie nun auch für diese Kleidung im Angebot. Ester (Ride with Wolves) ist einen anderen Weg gegangen, indem sie ihre Kollektion „gender neutral“ anbietet. Neben dem modischen Part wurde ebenfalls diskutiert, wie Frauen im Radsport für die Öffentlichkeit sichtbarer werden können. Für Francesca Luzzana (Cinelli) ist es selbstverständlich, dass die Marke sogenannte „Woman Ambassadors“ hat, also weibliche Radprofis unterstützt. She36 aus Berlin fahren regelmäßig Fixed oder Rennrad. Dabei geht es ihnen zum einen darum, Frauen zu ermutigen sportlich zu fahren. Wer mitfährt weiß, dass Folgendes gilt: kein Jammern während der Fahrt, fordere dich hinaus, unterstütze die Gruppe. Damit einher geht das zweite Ziel von She36 „Self-Empowerment“. Wer noch nicht weiß wie ein Reifen geflickt oder ähnliche kleinere Reparaturen durchgeführt werden, kann dies im Vorfeld einer Tour lernen. Gerade beim Thema wie „Women in Cycling“ mehr Öffentlichkeit bekommen können und damit mehr Frauen ermutigt werden aufs Rad zu steigen diskutierte das Publikum engagiert mit. Ich fand es sehr inspirierend zu erleben, wie viel Energie und Engagement dieser Diskussion weitergetragen wurde. Hoffentlich wird eine solche Diskussion in bald nicht mehr notwendig sein und Frauen selbstverständlich in Radsport, -insdustrie und -alltag vertreten sein.

Es blieb noch Zeit für einen Schnack bei Café, dann war’s so weit: Jule und ich eröffneten das Blogger-Treffen. Etwa 30 RadbloggerInnen waren gekommen – das Gros aus Deutschland, aber auch Spanien, Italien und Österreich waren vertreten. Ich freute mich, bekannte Gesichter wiederzusehen und weitere RadbloggerInnen kennenzulernen. Einige waren mir durch den von Gunnar Fehlau ins Leben gerufenen „Wrider’s Club“ schon online bekannt, offline konnten wir gar nicht so schnell sprechen, wie wir uns austauschen wollten. Hatte ich vorher noch überlegt, wie wir uns in der Blogger-Lounge mit ihrem offenen Konzept am Besten vernetzen und gegenseitig vorstellen konnten, sah ich nun, dass es von alleine lief. Oft hörte ich „XY, endlich lerne ich dich einmal kennen! Du schriebst kürzlich, …., „.

BIKESISTERS: Radpartnerin finden

Besonders gefreut habe ich mich zu erfahren, dass einige nur wegen des Blogger-Treffens zur Fahrradschau nach Berlin gekommen waren. So beispielsweise Anita von den BIKESISTERS, die aus Wien angereist war. Im Gespräch erfuhr ich, dass die

BIKESISTERS genau das zum Ziel haben, was wir morgens diskutiert haben: Mehr Frauen zum Radfahren zu bringen. Dazu gibt’s auf ihrer Seite direkt die Möglichkeit, sich mit anderen sportlich fahrenden Frauen zu vernetzen. Genau nach so einem Angebot war im Rahmen von „Women in Cycling“ gefragt worden. Klasse.

Nach dem interessanten Gespräch mit Hans vom fahrradio werde ich mir endlich die Podcasts anhören, die mir schon so lange empfohlen wurden. Am liebsten würde ich hier über jeden, der dabei war, mit dem ich gesprochen habe, etwas berichten. Das folgt vielleicht nach einem weiteren Treffen. In den unten aufgeführten Links finden sich weitere Eindrücke unseres Treffens.

Selbst am Abend ließ mich das Thema Fahrrad nicht los. Um Revolights endlich in „freier Wildbahn“ betrachten zu können, sprintete ich – zum Erstaunen meiner Freunde – aus der Kneipe einem Fahrrad hinterher.  🙂

Sonntag

Der letzte Tag der Fahrradschau verging mit dem Aussuchen einer Radjeans, die ich schon lange umkreist hatte. Auch wenn der erste Kommentar zur Jeans „Coole Socken“ lautete, war fix klar, dass sie diesmal mitkommt. Am Stand konnte ich sie direkt auf einem Schindelhauer testfahren. Leider durfte das Rad nicht mit.

Mein Brommie Fiete war mir am Tag zuvor unglücklich umgekippt. Eine der Schrauben – nicht die Originalen sondern Tuningteile – hatte sich so verbogen, dass ich die Lenkerstange kaum fixieren konnte. Auf der Suche nach einer Werkbank, um die Schraube notdürftig geradezubiegen, wurde mir am Stand von SAPIM geholfen. Bis dahin war der Speichenhersteller mir kein Begriff. Nun lernte ich direkt die unterschiedlichen Speichenarten kennen und darüber hinaus, dass der Hersteller auch Brompton ausstattet. Da war’s fast logisch, dass Klaus, der mir weiterhalf, selber Bromptonaut ist. Vielen Dank für die schnelle, umkomplizierte Hilfe und das nette Gespräch!

 

Kurz schaute ich noch bei Uwe von Lumabag vorbei. Er stellt Taschen aus ausrangierten Turngeräten her. An seinem Brompton präsentierte er seinen neuesten Prototypen:

Schicke Bromptontasche von @lumabag ⭐ . . #bromptonlife #Brompton @fahrradschau

A post shared by MI RI (@hamburgfiets) on

 

Weitere Eindrücke in Bildern:

 

Von vielen weiteren Begegnungen könnte ich noch berichten. Es waren wieder die Menschen, mit denen ich die Begeisterung fürs Fahrrad teile, die die Berliner Fahrradschau so besonders machten.

 

 

Voilà Links zu weiteren Berichten von der diesjährigen Fahrradschau:

2 comments

  1. Wer mitfährt weiß, dass Folgendes gilt: kein Jammern während der Fahrt, fordere dich hinaus, unterstütze die Gruppe. Das würde ich mir bei vielen Männergruppen auch wünschen! 😉

Kommentar verfassen