Schlagwort: Fahrrad

​Anderes Land, andere Infrastruktur, Sitten & Fahrzeugliebe

Über einen Monat habe ich gerade auf Bali verbracht. Eine (zu lange) Zeit ohne Rad zu fahren. Bei der hiesigen Infrastruktur, den Vehikeln und gefühlt nicht vorhandenen Verkehrsregeln fehlt es mir nur bedingt. Dazu ist Bali für mich vergleichbar mit den Alpen – viel zu bergig!

Straßen und Gehwege sind in vielen Aspekten eine Herausforderung. Es beginnt mit dem Belag. In größeren Ortschaften sind die Straßen durchaus geteert, aber meist übersäht mit Schlaglöchern und Rissen. Manchmal bin ich sogar Rad- oder Rollerspuren begegnet. Da sie meist zugeparkt waren, habe ich sie oft nicht auf den ersten Blick erkannt. Passenderweise gab’s Anfang Februar einen Artikel in der „The Jakarta Post“, der den Protest von Radfahrern gegen die Nutzung der Radstreifen von motorisierten Zweiradfahrern auf Jakarta thematisierte. 

„The Jakarta Post“ berichtet über Radprotest

Im Dunkeln zu gehen oder Roller zu fahren birgt manche Überraschung. Glücklich ist, wer eine Taschenlampe dabei hat oder dessen Vorderlichter am Roller funktionieren. Insbesondere die Gehwege sind nicht ohne.

So ein Loch im Gehweg wird umgangen und nicht weiter beachtet.

Wenn’s dann auch noch regnete, wurde ich wehmütig, dachte an den Hamburger Fischmarkt bei Sturmflut. Die Straßen wurden zu Bächen, das Queren zu Fuß zum Abenteuer.

Gefühlt wird auf dem Roller alles transportiert, was auch mit Auto oder Transporter befördert werden kann. Von Bierkisten über Zementsäcke bis zu hoch aufgestapelten Bürsten etc. für den Haushalt. Selbst ein ganzes, zwei Meter hohes Regal fuhr – gehalten vom Beifahrer – an mir vorbei. Da wunderte mich nicht mehr, die Osteopathin & Anatomielehrerin beim Transport eines Skelettes per Roller zu sehen: Über den Köpfen gehalten und irgendwie stabilisiert. 

Bier- und Gasflaschen- und Biertransport

Mein persönliches Highlight war dann der Tag, an dem alle Autos mit Opfergaben geschmückt waren. Zur Information: Auf Bali finden jeden Tag x Zeremonien statt, bei denen gebetet wird & rituelle Opfergaben gebracht werden. Alleine dreimal täglich werden Opfergaben vor Haus & Geschäft niedergelegt. Dabei ist nur das Ritual relevant, anschließend kann drübergelaufen oder gefahren werden. 

Neben den Autos entdeckte ich geschmückte Roller, Motorräder und auch Fahrräder. Auf meine Frage nach dem Warum antwortete mir eine Frau, die soeben ein Auto gesegnet hatte, dass an dem Tag alle Fahrzeuge sogenannte Blessings erhalten. Sie sollen dazu dienen, den Fahrer heil am Zeil ankommen zu lassen. Es war die Woche, in der alles Metallische gesegnet wurde.

Darüber hinaus fanden sich in den meisten Garagen kleine Altäre.

Ergänzend zu dieser Vielzahl an Opfergaben hätte ich mir auch etwas mehr Vorsicht im Straßenverkehr & Einhaltung immerhin der Basisverkehrsregeln gewünscht. Da ging meine deutsche Seele wohl mit mir durch…oder wie Freunde auf Bali lachend anmerkten „You’re just so German! So organized and neat.“ 🙂

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Coffeeneuring VII – Alsterperle

Nach der wunderschönen Fahrt an die Elbe fiel das siebte und letzte Coffeeneuring 2016 sehr kurz aus. Bis zur Alsterperle waren es nur wenige Hundert Meter. Es war grau und nieselte leicht, was beim Anblick der vor uns liegenden Alster, den Kaffeebecher fest umschlungen, sofort vergessen war.

Gejoggt wird immer

Gejoggt wird immer

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Coffeeneuring VI – draußen

Kaffee brüht

Kaffee brüht

Meine sechste Coffeeneuring-Fahrt in diesem Jahr war eine ganz besondere. Morgens um 6h30 trafen wir uns im Dunkeln bei -4°C an der Uni, um – angeführt vom „Green Rider“ – kreuz und quer durch Hamburg zu fahren. Das Ziel war uns unbekannt, es gab nur den Hinweis Holz, Kocher, Kaffee und Kekse mitzubringen. Nicht nur unsere Räder waren divers – vom Crosser übers Trike, Stadt- und Lastenrad bis zum Brompton – auch die Ladung: Feuerholz, ein Campingstuhl, Campingkocher und ein Minimalist trug seine mit Bonschen gefüllte Kaffeetasse locker am Gurt. Nachdem auch die selbst gebackenen Muffins samt Fahrerin angekommen waren, ging’s los. Es herrscht schon eine besondere Stimmung, wenn man Sonntagsmorgens über den schlafenden Dom fährt. In dem sich anschließenden Wechsel von rechts und links Abbiegen sowie einigen U-Turns ging es nach Westen. Zeitweise ahnte ich nur, in welchem Stadtteil wir uns wohl befanden. Irgendwann erreichten wir die Elbe, hinter uns ließen sich die ersten Sonnenstrahlen sehen. Rechtzeitig zum Sonnenaufgang fanden wir einen schönen Platz für den ersten Kaffee. Flugs war ein Feuer entfacht, der ein oder andere Campingkocher angeworfen und der erste Kaffee brühte. Leckere, selbst gebackene Kuchen, Muffins und Deftigeres machten die Runde. Was für ein schöner Start in diesen kühlen Herbsttag!

Erst als das Feuer runtergebrannt war, unterbrachen wir unsere Gespräche und löschten es endgültig. Equipment und nicht Verzehrtes wurde wieder auf die Räder gepackt. Nichts erinnerte am Strand mehr an unseren Besuch. Entspannt rollten wir zurück Richtung Landungsbrücken. Einer nach dem anderen bog nach Hause ab. Die Letzten verabschiedete ich am Hauptbahnhof und es fühlte sich seltsam an, nun alleine die Lange Reihe hochzufahren. Meine Zehen und Hände frohlockten allerdings bei der Aussicht auf ein warmes Bad. Es war klasse. Danke an den „Green Rider“ und alle Mitfahrenden für den schönen Sonntagmorgen!

 

English Summary:

  1. Riverside, Elbe, Hamburg
  2. Nov 13th, 2016
  3. Muffins, cake, biscuits, coffee
  4. Outdoor coffee ride, starting in the dark early morning (6h30, – 4°C) to enjoy the sunrise. One rider from Hamburg organized this surprise trip. We only knew we should bring wood, coffee, and cake. It was an amazing ride, partly in silence through the sleeping city on a Sunday morning.
  5. 44.3 km (27.5 miles)

 

Podiumsdiskussion zu Hamburger Velorouten

Diskussion Velorouten am 10.11.2016

Diskussion Velorouten am 10.11.2016

Die Hamburger Velorouten*, ihre notwendige Verbesserung und ihr auch Ausbau waren in den letzten Monaten immer wieder Thema in den Hamburger Medien. Diese Woche lädt der ADFC Hamburg zu einer Podiumsdiskussion zur Qualität der Velorouten ein. Dabei soll es u. a. um die folgenden Fragen gehen:

  • Welche Qualität müssen diese Wege besitzen, um diesem Anspruch gerecht zu werden?
  • Welche Standards müssen in der Planung, beim Bau und bei der Instandhaltung der Velorouten eingehalten werden?
  • Wie ist der aktuelle Stand der Dinge beim Ausbau des Netzes in Hamburg?

Quelle: ADFC Hamburg

Mit einem Fachvortrag des Kölner Stadtplaners Jörg Thiemann-Linden beginnt die Veranstaltung. Anschließend wird ein heterogen besetztes Podium diskutieren: Weiterlesen

Coffeeneuring III – Café du Passage

Mitte Oktober führte uns die dritte Coffeeneuringfahrt an einem grauen Sonntagnachmittag ins Café du Passage in Winterhude. Es liegt im Lattenstieg, der die Alsterdorfer Straße mit dem Lattenkamp verbindet. Gerade an trüben Tagen ist es einladend.

Café du Passage von außen

Schon am Eingang fällt der Blick aufs leckere Kuchen- und Quichebuffet, links stehen Zeitungen und Bücher bereit. Weiterlesen