Fahrradklima in Hamburg jetzt bewerten

Seit Anfang September können wir Hamburger wieder das Fahrradklima unserer Stadt bewerten. Beim alle zwei Jahre vom ADFC durchgeführten Test bewerten die Teilnehmer in einer Online-Umfrage die Fahrradfreundlichkeit ihrer Stadt. Dabei wird bspw. nach dem Zustand der Radwege, dem Miteinander der verschiedenen Verkehrsteilnehmer und der Radverkehrsführung gefragt. In diesem Jahr steht die Familienfreundlichkeit der Radwege im Fokus.

Bereits zum achten Mal findet die größte Befragung dieser Art statt. Entsprechend gut lässt sich die Entwicklung der einzelnen Städte messen.

»In Hamburg geht es auch um die Fragen: Kommen die Bemühungen des Senats in Richtung Fahrradstadt bei den Menschen an? Wirkt sich das städtische ‚Bündnis für den Radverkehr‘ bereits auf den Straßen aus? Bessert sich die Situation für Radfahrer*innen?«, so Dirk Lau vom ADFC Hamburg. Der Fahrradclub bittet daher alle Hamburger*innen, sich ein paar Minuten Zeit für die Befragung zu nehmen. Es lohnt sich!

Mehr als 120.000 Bürgerinnen und Bürger haben 2016 mitgemacht und die Situation in über 500 deutschen Kommunen beurteilt. Damals schaffte Hamburg mit Note 4,19 eine minimale Verbesserung von Platz 35 auf 31 der 39 größten Städte im Ranking. Besonders schlecht schnitt die Hansestadt bei den Kriterien »Stellenwert des Radverkehrs« sowie »Sicherheit und Komfort beim Radfahren« ab. Die Falschparkerkontrolle auf Radwegen erreichte mit der Durchschnittsnote 5,3 den schlechtesten Wert überhaupt, gefolgt von Hindernissen auf Radwegen, Reinigung und Winterdienst auf Radwegen. Bei der Infrastruktur sorgten besonders mangelnde Radwegbreiten, schlechte Oberflächen und nachteilige Ampelschaltungen für Unzufriedenheit unter Hamburgs Radfahrer*innen.

Quelle: ADFC Hamburg

In der letzten Umfrage von 2016 wurden insbesondere Falschparkerkontrollen auf Radwegen am schlechtesten bewertet, dicht gefolgt von der Führung an Baustellen und der Radwegbreite. Es gab aber auch drei Punkte, in denen Hamburg sich im Fahrradklimatest 2016 im Vergleich zu 2014 verbessert hat:

  • öffentliche Fahrräder (Note 1,8),
  • Fahrradmitnahme im öffentlichen Verkehr (3,2) und
  • Fahrradförderung in jüngster Zeit (3,5).

Der Fahrradklima-Test 2018 läuft noch bis zum 30. November 2018. Die Präsentation der Ergebnisse folgt im Frühjahr 2019.

Ich bin gespannt, wie wir Hamburger diesmal unsere Stadt bewerten.

Nemo – Klaras kleiner Bruder

Nemo Quelle: Nutzmüll e.V.

Mit Nemo hat Hamburg nach Klara* ein zweites kostenloses Lastenrad. Es wird vom Verein Nutzmüll, der an drei Standorten in Hamburg arbeitslosen Menschen neue Perspektiven bietet, verliehen.

„Die Ausleihe ist denkbar einfach: auf www.klara.bike registrieren und
anschließend »Nemo“ oder »Klara« reservieren und abholen. Während Klara mit Muskelkraft betrieben wird, werden Nemo-Nutzer zusätzlich von einem elektrischen Motor unterstützt. Dabei wird selbst bei voller Beladung eine Reichweite von ca. 65 Kilometern erreicht.

Ein weiterer Unterschied: Nemo hat eine feste Station am Nutzmüll-Standort in der Boschstraße 15b in Bahrenfeld. Ermöglicht wurde die Anschaffung des Lastenfahrrads durch eine Zuwendung der HASPA und Mitteln aus dem Tronc-Fonds der Hamburger Bürgerschaft.“

Quelle: ADFC Hamburg & Verein „Nutzmüll e. V.“

*Seit Oktober 2015 kann Klara als erstes kostenfreies Lastenrad in Hamburg ausgeliehen werden. Die Resonanz ist groß – Klara ist fast immer ausgebucht.

Radfahren im Alltag – what else?

Sonnuntergang über der Alster

Ich fahre fast alle Alltagswege mit dem Rad – zur Arbeit, zum Einkaufen, Sport, um Freunde zu treffen, … Da erstaunt es mich manchmal, wenn ich gefragt werde: „Wie, du fährst mit dem Rad? Selbst bei dem Schnee / Regen / Wind / Temperaturen“? Ja klar, was denn sonst? Zurzeit habe ich einen recht kurzen Arbeitsweg von rund 5 Kilometern. Da freue ich mich, alle Jahreszeiten mitzubekommen. Wenn beim Schneesturm bei -12°C die Finger frieren, während ich nur kurz ein Foto von den waagerecht fliegenden Flocken mache, dann hinterfrage ich selten das Radfahren, sondern vielmehr, warum ich so lange für ein Foto brauche und hoffe, dass meine Handschuhe die Finger schnell wieder aufwärmen. Regen hingegen mag ich. Er sorgt meist dafür, dass die Radwege, wenn vorhanden und befahrbar, leerer sind. Da gleichzeitig mehr Autos auf den Straßen sind und nicht mehr gerast werden kann, fährt es sich entspannter.

Das Auto ist für mich keine Alternative in Hamburg. Meistens fahre ich am Autostau vorbei und habe Mitleid mit den darin gefangenen Fahrern, die meist alleine unterwegs sind und damit ihren Teil zum Stau beitragen. Ich für meinen Teil würde ungeduldig und mich eingeschränkt & immobil fühlen. Da kann ich nicht mal eben eine Abkürzung fahren oder absteigen und ggf. ein Stück des Weges über den Gehweg schieben. Und selbst wenn kein Autostau neben mir ist, sehe ich meist dieselben Wagen an jeder Ampel. Wie frustrierend mit einem so hoch motorisierten Gefährt unterwegs und dabei so langsam zu sein! Irgendwo las ich mal*, dass in Hamburg die Durchschnittsgeschwindigkeit in der Rush Hour bei 12 km/h liegt. Aufgrund der Ampelschaltungen bin ich auf den meisten Wegen mit 18-20 km/h unterwegs, mehr als anderthalb mal so schnell.

Den HVV nutze ich eher selten, da mir dann die Bewegung fehlt. Die S-Bahn Richtung Altona nehme ich ab und zu, da ich bisher keine wirklich fahrradfreundliche Strecke in Ost-West-Richtung quer durch die Stadt gefunden habe. Für Tipps bin ich immer dankbar.

Inzwischen ist ein wesentlicher Punkt die Bewegung. Meine täglichen Radkilometer fehlen mir, wenn ich – aus welchem Grund auch immer – mal darauf verzichten muss. Zu selten probiere ich neue Strecken auf meinen Alltagswegen aus. Dabei bin ich immer wieder überrascht, welch schöne Ecken es in Hamburg gibt, die wenig bekannt sind. So entdeckte ich kürzlich eine idyllische Kleingartensiedlung mit viel Grün drum herum, direkt hinter dem Gewerbegebiet in Billstedt. Herrlich.

Hier einige Eindrücke aus diesem Jahr:

 

Nachdem ich über ein Jahrzehnt kein eigenes Auto hatte, habe ich es 2013 für acht Monate noch einmal mit einem probiert. Das Resultat fiel damals so aus, wie es heute ausfallen würde und ist hier nachzulesen.

*Ich meine, es war in einem Mopo- oder Abendblattartikel vor rund fünf Jahren. D. h. jetzt mit der zunehmenden Anzahl an Autos, dürfte sie noch geringer sein. Leider habe ich den Artikel nicht wiedergefunden.

 

 

Radständer mit Sattelschutz

Kopenhagen erfreute mich letztes Wochenende nicht nur wegen seiner großartigen Radverkehrsinfrastruktur. Ich entdeckte darüber hinaus eine neue Art von Radständern. Diese waren nicht nur felgenfreundlich, sie boten gleichzeitig ein kleines Dach für den Sattel. Perfekt.

Rad hängt am Sattel & kann felgenfreundlich an der Stange angeschlossen werden.
Dach für den Sattel

Ob sich so ein Sattelschutz wohl auch für Hamburg lohnt? Regen fällt hier ja eher diagonal bis waagerecht 😉

 

 

Fiete im NDR

Screenshot der Sendung in der NDR Mediathek

„Radfahren – gesund oder gefährlich“ war die Frage der Sendung „plietsch.“ im Norddeutschen Rundfunk (NDR) diese Woche. Es wurden viele Aspekte rund ums Thema betrachtet: U. a. die Radverkehrsinfrastruktur, der gesundheitliche Aspekt und Gunnar Fehlau vom Pressedienst Fahrrad erläuterte, worauf es beim Fahrradkauf ankommt. Bei den verschiedenen Fahrradtypen, die vorgestellt wurden, war mein Brommie Fiete als Faltrad dabei! Spannend zu sehen, was aus den fast drei Stunden, die wir im und um den Elbtunnel an einem verregneten Märzmorgen gefilmt wurden, geworden ist.

Einige Impressionen des Morgens:

Die schönen Bambusräder von myBoo sind in der Sendung ebenfalls zu sehen – im Interview mit Tim Poser, der mit seiner Frau auf darauf nach China gefahren ist. Hier der Link zur Sendung.

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