Nemo – Klaras kleiner Bruder

Nemo Quelle: Nutzmüll e.V.

Mit Nemo hat Hamburg nach Klara* ein zweites kostenloses Lastenrad. Es wird vom Verein Nutzmüll, der an drei Standorten in Hamburg arbeitslosen Menschen neue Perspektiven bietet, verliehen.

„Die Ausleihe ist denkbar einfach: auf www.klara.bike registrieren und
anschließend »Nemo“ oder »Klara« reservieren und abholen. Während Klara mit Muskelkraft betrieben wird, werden Nemo-Nutzer zusätzlich von einem elektrischen Motor unterstützt. Dabei wird selbst bei voller Beladung eine Reichweite von ca. 65 Kilometern erreicht.

Ein weiterer Unterschied: Nemo hat eine feste Station am Nutzmüll-Standort in der Boschstraße 15b in Bahrenfeld. Ermöglicht wurde die Anschaffung des Lastenfahrrads durch eine Zuwendung der HASPA und Mitteln aus dem Tronc-Fonds der Hamburger Bürgerschaft.“

Quelle: ADFC Hamburg & Verein „Nutzmüll e. V.“

*Seit Oktober 2015 kann Klara als erstes kostenfreies Lastenrad in Hamburg ausgeliehen werden. Die Resonanz ist groß – Klara ist fast immer ausgebucht.

Radfahren im Alltag – what else?

Sonnuntergang über der Alster

Ich fahre fast alle Alltagswege mit dem Rad – zur Arbeit, zum Einkaufen, Sport, um Freunde zu treffen, … Da erstaunt es mich manchmal, wenn ich gefragt werde: „Wie, du fährst mit dem Rad? Selbst bei dem Schnee / Regen / Wind / Temperaturen“? Ja klar, was denn sonst? Zurzeit habe ich einen recht kurzen Arbeitsweg von rund 5 Kilometern. Da freue ich mich, alle Jahreszeiten mitzubekommen. Wenn beim Schneesturm bei -12°C die Finger frieren, während ich nur kurz ein Foto von den waagerecht fliegenden Flocken mache, dann hinterfrage ich selten das Radfahren, sondern vielmehr, warum ich so lange für ein Foto brauche und hoffe, dass meine Handschuhe die Finger schnell wieder aufwärmen. Regen hingegen mag ich. Er sorgt meist dafür, dass die Radwege, wenn vorhanden und befahrbar, leerer sind. Da gleichzeitig mehr Autos auf den Straßen sind und nicht mehr gerast werden kann, fährt es sich entspannter.

Das Auto ist für mich keine Alternative in Hamburg. Meistens fahre ich am Autostau vorbei und habe Mitleid mit den darin gefangenen Fahrern, die meist alleine unterwegs sind und damit ihren Teil zum Stau beitragen. Ich für meinen Teil würde ungeduldig und mich eingeschränkt & immobil fühlen. Da kann ich nicht mal eben eine Abkürzung fahren oder absteigen und ggf. ein Stück des Weges über den Gehweg schieben. Und selbst wenn kein Autostau neben mir ist, sehe ich meist dieselben Wagen an jeder Ampel. Wie frustrierend mit einem so hoch motorisierten Gefährt unterwegs und dabei so langsam zu sein! Irgendwo las ich mal*, dass in Hamburg die Durchschnittsgeschwindigkeit in der Rush Hour bei 12 km/h liegt. Aufgrund der Ampelschaltungen bin ich auf den meisten Wegen mit 18-20 km/h unterwegs, mehr als anderthalb mal so schnell.

Den HVV nutze ich eher selten, da mir dann die Bewegung fehlt. Die S-Bahn Richtung Altona nehme ich ab und zu, da ich bisher keine wirklich fahrradfreundliche Strecke in Ost-West-Richtung quer durch die Stadt gefunden habe. Für Tipps bin ich immer dankbar.

Inzwischen ist ein wesentlicher Punkt die Bewegung. Meine täglichen Radkilometer fehlen mir, wenn ich – aus welchem Grund auch immer – mal darauf verzichten muss. Zu selten probiere ich neue Strecken auf meinen Alltagswegen aus. Dabei bin ich immer wieder überrascht, welch schöne Ecken es in Hamburg gibt, die wenig bekannt sind. So entdeckte ich kürzlich eine idyllische Kleingartensiedlung mit viel Grün drum herum, direkt hinter dem Gewerbegebiet in Billstedt. Herrlich.

Hier einige Eindrücke aus diesem Jahr:

 

Nachdem ich über ein Jahrzehnt kein eigenes Auto hatte, habe ich es 2013 für acht Monate noch einmal mit einem probiert. Das Resultat fiel damals so aus, wie es heute ausfallen würde und ist hier nachzulesen.

*Ich meine, es war in einem Mopo- oder Abendblattartikel vor rund fünf Jahren. D. h. jetzt mit der zunehmenden Anzahl an Autos, dürfte sie noch geringer sein. Leider habe ich den Artikel nicht wiedergefunden.

 

 

Pedale & Poeten – le Fahrradabend

Ein Wochenende im März und gleich zwei Radhighlights standen an: In Berlin die Fahrradschau und in Hamburg Pedale & Poeten. Da war gute Planung und Kombination gefragt – Dank der totalen Mobilität mit Brommie ein Klacks. Nach einem Kurzbesuch der Fahrradschau, ging’s fix mit Brompton & Bahn gen Hamburg, um rechtzeitig zu Pedale & Poeten zu sein.

Pedale & Poeten – le Fahrradabend

Zum zweiten Mal lud Rick zu Pedale & Poeten ein und es wurde wieder voll. „Le Fahrradabend“ ist ein entspanntes Zusammensein Hamburger Radfahrer, die sonst in den unterschiedlichsten Kombinationen gemeinsam auf den Straßen unterwegs sind. Los ging’s mit Rick’s unterhaltsamer Schilderung seiner Festive 500 #inonego. Zum Ende des Radjahres hatte er sich der Herausforderung gestellt, alleine die 500 km in einem Rutsch zu fahren, berichtete von Begegnungen mit einer Bestie (= ein Rad jagender Golden Retriever), Eingeborenen im Brandenburgischen und dem Delirium, in das er verfiel, als er zurück in Hamburg die letzten 25 km abspulte. Wahnsinn!

Ebenso beeindruckend war Torsten Franks Bericht seiner Teilnahme am fünften Transcontinental Race (TCR05) im letzten Jahr 2017. Es waren so viele beeindruckende kleine Begebenheiten, die er schilderte, dass ich direkt auf sein TCR05-Tagebuch in seinem Blog verweisen möchte. Mir ist insbesondere Folgendes in Erinnerung geblieben. Während ich bis dato von Langstreckenfahrern gelesen hatte, die Tage und Nächte durchgefahren waren, erschien mir Torstens Taktik sehr überlegt. Er hatte sich vorgenommen nachts auf jeden Fall irgendwo zu schlafen, um dann tagsüber umso fitter viele Kilometer fahren zu können. In Rumänien brach ihm die Vorderradfelge und er fand doch tatsächlich zeitnah einen Radladen, in dem es zwar keine passende Felge gab, aber dessen Inhaber ihm direkt ein neues Laufrad aufbaute, so dass er seine Fahrt fortsetzen konnte. Wo er sich nach dem spätabendlichen Felgenbruch bettete und wie er am nächsten Morgen zu dem Radladen kam, ist eine Geschichte für sich, die auch in seinem Tagebuch zu lesen ist. Leider kostete ihn diese Begebenheit sowie eine fiese Magengeschichte in Bulgarien zu viel Zeit, so dass er nicht mehr offiziell hätte „finishen“ können. Eine positive Bilanz zieht er dennoch:

„Was für Erinnerungen und Eindrücke ich während dieser 17 Tage gesammelt habe! Welche eigentlich irrsinnige Strecke ich in dieser doch recht kurzen Zeit zurücklegte: 3394 Kilometer waren es insgesamt. Wie kurz ich eigentlich vor dem Ziel stand. Und wie ich es doch für mich selbst erreichen konnte. Zwar nicht Meteora, aber #ImgoingtoseeEurope und die Erkenntnisse, die ich gewinnen konnte. Grandiose Erlebnisse, die ich noch lange nach der Rückkehr nach Deutschland verarbeite.“

Quelle: Blog von Torsten Frank

Was für eine Inspiration!

Inspirierend ging’s weiter: Zum dritten Mal startete im März die Transcrimbrica. Zwei Hamburger Radfreunde haben sie ins Leben gerufen, um mal etwas länger als üblich zu fahren. Was liegt da näher als im Winter von Hamburg nach Skagen und wieder zurückzufahren, möglichst abseits großer Straßen? Gefahren wird eigenverantwortlich und im Selbstversorgermodus. Einst war die Fahrt als Rennradfahrt gedacht, aber die dänischen Straßen und Wege boten feinsten Gravel, so dass nun eher Räder mit etwas breiteren Reifen am Start sind. In diesem Jahr war’s so kalt und nass, dass tatsächlich nur einer der Starter durchgekommen ist. Dank an den Sohn von einem der Radfreunde, dessen Film zur diesjährigen Transcimbrica wir sehen durften. Er hat am Start die Fahrer nach ihrer Motivation befragt: Am häufigsten Stand bei den schon vor Kälte Schlotternden „Spaß haben“ im Vordergrund. Ach ja, Transcrimbrica, weil zwischen Hamburg und Skagen die kimbrische Halbinsel zweimal durchquert wird.

 

Im Anschluss las Otto Erich wieder Geschichten von und über Radfahrer. Er legte uns den Covadonga Verlag ans Herz, aus dem ich auch schon das ein oder andere Buch mit Begeisterung gelesen habe. Ein guter Anlass mal wieder im Programm des Verlages zu stöbern. Danke für Lesung & Tipp!

Einige Bücher hatte er direkt mitgebracht, um sie zu verschenken. Dies ging nahtlos über in eine Versteigerung über, die Harald zu Gunsten des Mitternachtbusses der Diakonie veranstaltete.

Das emotionale Highlight des Abends kam zum Schluss. Rick selber wusste nicht worum es gehen würde, hatte noch nicht einmal die leiseste Ahnung oder wie Gert sich immer wieder versicherte „Du hast keine Ahnung was kommt!“ Da Rick seit geraumer Zeit in der Hamburger Radcommunity verschiedene lockere Ausfahrten initiiert wie beispielsweise den First Light Ride , längere Fahrten wie „BBB 1000 – Barmbek-Brügge-Barmbek“ und um darüber zu schnacken im letzten Jahr erstmals zu Pedale & Poeten eingeladen hat, wollten wir ihm etwas zurückgeben. Gert hatte die großartige Idee Rick mit dem Rad – ein gelbes Cannondale, das ihm vor Jahren geklaut wurde und von dem er immer noch wehmütig spricht, – zu überraschen. Gedacht getan: Gemeinsam mit Harald richtete Gert kurzerhand eine Facebookgruppe ein, um Mitstreiter zu finden, fand ein Baugleiches auf ebay, bot für das Rad und bekam den Zuschlag. Inzwischen waren viele dem Aufruf gefolgt, Harald als Schatzmeister verkündete gefühlt stündlich den €-Zwischenstand. Es reichte, um nicht nur das Rad zu kaufen, nach Hamburg zu holen und instand zu setzen. Nun fehlte nur noch ein weiterer Pedale & Poeten Abend. Aber die Details beschreibt Gert am besten selber, hier nachzuhören in Regines Radsalon. Ohne dem Radsalon zuviel vorweg nehmen zu wollen: Die Überraschung ist gelungen 🙂

A propos, Dank Regine, kann der gesamte „Le Fahrradabend“ noch einmal nachgehört werden:

 

Vielen Dank an Rick und alle, die zu diesem großartigen Abend beigetragen haben!

Zeit für Coffeeneuring!

Coffeeneuring Patches 2015 & 2016

Die Tage werden kürzer, das Wetter ungemütlicher – ein untrügliches Zeichen, dass es bald wieder Zeit für Coffeeneuring ist!

Die Coffeeneuring Challenge kombiniert Radausfahrten mit Cafébesuchen. Erdacht hat sich die Challenge Mary aus Washington D.C., um einen Anreiz für kleine Entdeckungstouren im Herbst zu schaffen.

 

Sieben ist dabei Trumpf: Um die Challenge zu bestehen, muss man

  • an sieben Tagen, in der Zeit vom 13.10. bis 19.11.2017
  • zu sieben verschiedenen Orten fahren,
  • bei maximal zwei Fahrten pro Woche,
  • dabei in Summe mindestens zwei Meilen (= 3,22 km) zurücklegen,
  • sieben Tassen Kaffee (oder Vergleichbares) trinken und
  • sieben Fotos als Beweis fürs Coffeeneuring posten.

Passend dazu jährt sich die Challenge in diesem Jahr zum siebten Mal. Mary schreibt dazu:

My favorite birthday card ever was from my seventh birthday. The card read:

“Seven is a lucky number
That’s what people say
And so your seventh birthday
Ought to be your lucky day.”

Quelle: Chasing Mailboxes

Jeder, der gerne Rad fährt und Café, Tee, eine heiße Schokolade oder Ähnliches genießt, ist herzlich eingeladen teilzunehmen.

Ich kann es nur empfehlen: Die Coffeeneuring Challenge hat mich in den letzten beiden Jahren an so manch ungemütlichem Tag vom Sofa geholt. Der Aspekt, dass unterschiedliche Cafés angefahren werden müssen, führte dazu, dass ich neue Orte und Wege in Hamburg entdeckte. Da auch Outdoor-Cafés erlaubt sind, war das klare Highlight im letzten Jahr eine Ausfahrt frühmorgens an die Elbe, bei Minustemperaturen, um dort den Café im Sonnenaufgang zu genießen.

Um die Challenge zu bestehen, müssen die hier (engl.) aufgelisteten Regeln eingehalten werden. Zum Austausch gibt’s eine Coffeeneuring Gruppe auf Facebook, den Tag #Coffeeneuring  auf twitter und instagram sowie die Möglichkeit Fotos in der Coffeeneuring group auf flickr zu teilen.

Ich bin gespannt, welche Orte, Cafés und Wege ich in diesem Jahr entdecken werde.

Viel Spaß allen, die dabei sein werden!

 

Hier meine Ausfahrten aus 2015 & 2016:

2016:

 

2015:

 

 

 

 

Unterwegs auf dem Hamburg-Rügen-Radweg

Nach und nach erfahre ich mir den Hamburg-Rügen-Radweg*. An einem Juniwochenende ging’s nun von Ratzeburg nach Bützow. Gleich zu Beginn gab’s den ersten Schreck: Die von mir zusammengestellte Strecke, die uns vom Ratzeburger Bahnhof direkt zum Ruderclub am Schweriner Schloss führen sollte, wurde auf dem Garmin nicht mehr angezeigt. Zum Glück hatte ich auch die gesamte Strecke Hamburg-Rügen geladen, so dass wir nur einmal über die Ratzeburger Insel zum offiziellen Streckenverlauf fahren mussten. Für mich gab’s gleich die nächste Überraschung, hatte ich doch nach der letzten Radtour in dieser Gegend direkt verdrängt, wie hügelig es hier ist! Die Höhenmeterangaben der zusammengestellten Strecke hatte ich erneut ignoriert, da ich mich in der Ebene wähnte. Das wird mir nicht noch einmal passieren! Über 900 Meter hoch und wieder runter sollte es an den zwei Tagen gehen.

Die ersten 20 Kilometer zogen sich. Es ging teils steil bergauf, dazu gesellte sich Niesel und zu guter Letzt hatte das von uns als Start angepeilte Eiscafé auf der Ratzeburger Insel noch nicht geöffnet. Es konnte nur besser werden. Zunächst führte uns der Weg nach Norden an die ehemalige deutsch-deutsche Grenze. Kaum zu glauben, dass vor nicht einmal 30 Jahren hier auf dem Grenzweg Schlagsdorf noch der Todesstreifen verlief. Nach dem Rückbau der Grenzanlagen hat inzwischen die Natur den Streifen zurückerobert. Bebilderte Tafeln halten die Erinnerung wach. Statt Mauern gab es für uns etwas anderes zu entdecken: Mitten durchs Feld spazierten gemütlich zwei Strauße. Da kein Gatter um die Felder zu sehen war, vermuteten wir Ausreißer, erfuhren aber im nächsten Dorf, dass hier tatsächlich eine freie Population sogenannter Nandus lebt. Ganz falsch lagen wir mit den Ausreißern nicht – seit den 1990er Jahren brachen immer wieder Nandus aus ihrem Gehege aus. Mittlerweile leben rund 250 Tiere frei in der Gegend. Ihre Entwicklung sowie ihre Auswirkung auf die Gegend werden von Wissenschaftlern und Naturschützern beobachtet.

Wenige Kilometer waren gefahren, umso mehr Höhenmeter gesammelt, als wir auf einem freien Feld in Dechow die Gläserne Molkerei entdeckten. Just in time zur ersten Pause. Sie gehört zum Biosphärenreservat Schaalsee, bietet Führungen an und – für uns an dem Samstag am Wichtigsten – offeriert frischen Kaffee.

Weiter ging’s durch viele kleine Dörfer. Regen und Niesel wechselten sich ebenso ab wie der Untergrund. Es war alles dabei: Alte Platten, aufgerissener Beton, wunderschön anzusehendes Kopfsteinpflaster und versandete teils verschlammte Waldwege, die uns vom Rad und zum Schieben zwangen. Interessant fand ich, dass mehrere Male auf der Strecke asphaltierte Abschnitte alle rund 800 m durch zehn Meter Kopfsteinpflaster unterbrochen wurden. Sicher eine gute Maßnahme, um rasenden Autofahrern Einhalt zu gebieten. Für uns war’s weniger bequem. Eine kleine Dorfkirche mit ihrem separaten Glockenturm sowie eine von einer Schwalbenfamilie okkupierte Schutzhütte boten willkommene Möglichkeiten kurz zu verweilen. Auch Kirschen wollten am Wegesrand gepflückt und verzehrt werden. Irgendwann reichte es mit dem Grau um uns herum, den Schweriner Ruderclub mit seinem wunderschönen Blick aufs Schloss vor Augen, fuhren wir zügig zum Ziel des ersten Tages.

 

Kaum am Ruderclub angekommen, klarte es auf. Das Schweriner Schloss erstrahlte schon fast unwirklich. Parfait für den Abendspaziergang, um in der Stadt noch einzukehren.

Der Sonntagmorgen begrüßte uns nieselig, das Wetterradar kündigte mehr Regen an. So ließen wir uns Zeit zu frühstücken und starteten erst um halb zehn. Damit kamen wir direkt in den Wechsel des Schweriner Triathlons, bei dem die Athleten gerade aus dem See kamen und auf ihre Räder sprangen. Prompt schlängelten wir uns falsch an den Absperrungen vorbei, landeten auf einer Straße, die uns mittig in den Schweriner See führte. Kurz überlegten wir wieder gen Westen zu fahren, um dem Hamburg-Rügen-Radweg zu folgen. Da wir am Westufer bereits bei diversen Ruderwanderfahrten angelandet waren und es zumindest vom Wasser aus kannten, kürzten wir ab und fuhren das Ostufer hoch. Hier war’s belebt wie den ganzen Sonnabend nicht. Viele Radfahrer fuhren die Tour rund um den See. Kaum bogen wir wieder nach Osten ab, wurde es einsamer. Und abenteuerlicher. Bei Flessenow ging’s wieder in einen Wald. Mein Garmin zeigte abwechselnd „MTB geeignet“ oder „halbbefestigter Weg“ an. Letzteres halte ich für einen Euphemismus: Fiete’s Kettenschaltung versandete derart, dass ich nur noch schieben konnte. Dazu versanken sogar die Räder des Trekkingrades meiner Begleitung so tief, dass auch hier an ein Fahren nicht zu denken war. Besonders fies wurde es etwas später als es durch einen besonders feuchten Wald ging, in dem sich Riesenmücken über uns freuten. So schnell habe ich noch nie mein Rad geschoben und gleichzeitig nach Mücken geschlagen!

Das Schloss Hasenwinkel passierend erreichten wir recht fix Warin. Gefühlt zu früh, um schon wieder in den Zug nach Hamburg zu steigen. Der Blick auf die Karte zeigte, dass wir den Bahnhof in Bützow exakt zur Abfahrt des nächsten Zuges erreichen konnten. Also ging’s nach einem Eis gleich weiter. Und es lohnte sich. In Laase entdeckten wir eine wunderschöne alte Kirche samt altem Gutshof gegenüber. In Baumgarten erwartete uns eine restaurierte, ehemalige Molkerei, die heute eine Galerie beherbergt. Recht schnell erreichten wir Bützow und damit das Ende unserer Tour.

Es war wieder eine schöne Tour! Der Hamburg-Rügen-Radweg lässt sich gut Stück für Stück erfahren. Noch im Zug beschlossen wir, bald wieder die Räder zu packen und den Weg in Bützow fortzusetzen.

 

*von Hamburg nach Lauenburg sind wir beim BrommieX gefahren, von Lauenburg bis Lübeck mit Stopp in Ratzeburg, als wir die alte Salzstraße  entlang gefahren sind.

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