Erste Bilanz 2013 – oder warum ich mit einem fast neuen Rad fahre

Mein Rad wird nächsten Februar drei, hat mich bisher ca. 11.000 km meist durch Hamburg gefahren und ist für mich nach wie vor das perfekte Rad für den Alltag. Es hat einen schönen, sehr leichten Stahlrahmen, fährt sich gut, transportiert mehr als mancher einem Rad zumuten möchte. Eigentlich fehlt ihm nur noch ein Name.

In diesem Jahr habe ich es peu à peu erneuert: 

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Auch Transportrad

Mein Alltagsrad ist vielseitig. Seit ich das Auto abgegeben habe, nutze ich mein Rad vermehrt für Transporte. Zugegeben, den Liegestuhl mit dem Rad zu transportieren artete in eine Gedulds- und Kraftprobe aus. Insbesondere, da ich parallel noch ein Schuhregal balancierte..

Dagegen war die Sperrmüllentsorgung ein Leichtes:image

Positiver Nebeneffekt: die Rollroste fungierten erneut als Abstandhalter:

image

Das Rad ist übrigens ein „steel lite lady“ von maxcycles.

Au revoir Gazelle

Die Gazellentage sind vorbei – ich habe mein Rad wieder.

Es glänzt und fährt sich wie neu. Kein Wunder, viele Komponenten sind neu: Sommerreifen, Kette, Bremsklötze, Hinterradfelge… Im Gegensatz zur Gazelle ist es so schön leicht, dass ich samt der geschulterten Winterreifen in der ersten Kurve fast über den Lenker abgestiegen wäre.

Bevor ich die Gazelle abgab, hab‘ ich aber noch das Kettenschloss fotografieren müssen, das ich in der Form erstmals gesehen habe. Das Schloss ist ins Rahmenschloss integriert, so dass die gesamte Länge zum „um-einen-Laternenpfahl-o.ä.-Schlingen“ genutzt werden kann. Sehr praktisch. Im Ergebnis sieht es fast aus, als würde das Rad an die Leine genommen:

Schlossgazelle1Schlossgazelle2

 

Entdeckung der Langsamkeit

Bislang war ich in Hamburg eher zügig unterwegs, bei orangeroten Ampeln wusste ich, dass zwei Pedaltritte genügen, um vor Anfahren des Querverkehrs eine vierspurige Straße zu überqueren. Gestern habe ich gelernt, dass dies mit der Leih-Gazelle nicht möglich ist: Statt sicher auf der anderen Seite zu sein, war ich bei Anfahrt des Querverkehrs Mitten auf der Straße, wild in die Pedale tretend und gefühlt kaum von der Stelle kommend.. Nachdem ich dieses Manöver noch ein weiteres Mal wiederholte, gab ich auf und mich der Langsamkeit der Gazelle hin. Radfahren fühlt sich nun an wie Meditation.

Aus Gewohnheit setze ich den Helm noch auf, komme mir dabei aber immer mehr vor wie ein behelmter Fußgänger. Viel schneller als ein Jogger bin ich mit der Gazelle nicht unterwegs, mag die gefahrenen Strecken bei Strava gar nicht mehr hochladen. Hinzu kommt, dass die gerade Sitzhaltung ebenfalls zum Bummeln verleitet.

Weitere Erkenntnis: der für den Kuchentransport bestens geeignete Fahrradkorb behindert beim Sporttaschentransport:

Sportgazelle

Mit einer Gazelle in den Frühling

Heute früh war es soweit: nach vier Tagen Sonne in Hamburg habe ich beschlossen, dass Frühling ist.

Mein Alltagsrad rief nach dem Winter nach einer Generalüberholung: Sommer- statt Winterreifen, Gangschaltung justieren, Bremsklötze & -züge checken / erneuern, … Da meine alten Sommerreifen mittlerweile eher „Slicks“ sind als Profil zu haben (hier ein Blick aufs Profil), müssen neue her. Leider hatte ich bei dem spontanen Frühlingsentschluss nicht bedacht, dass die Sommerreifen ggf. noch nicht vorrätig sind. Nun ist mein Rad in der Werkstatt und ich fahre einige Tage mit einer Gazelle durch Hamburg. ..und lerne die Vorzüge meines Maxcycles kennen: das „steel lite“ ist gefühlt halb so leicht wie all der Stahl, der in der Gazelle verbaut ist. Letztere überhaupt zum Laufen zu bringen artet in Krafttraining aus, läuft sie erst einmal, läuft sie gut, aber die nächste Kreuzung wartet schon. Bin lange nicht mehr so langsam an Ampeln angetreten, bei so viel Krafteinsatz. Immerhin ist sie schön anzusehen:

Gazelle1