Coffeeneuring VII – Squash Cafe

Vorletzten Sonntag endete die diesjährige Coffeeneuring Challenge. Kurz zuvor fuhren wir die letzte Fahrt der Challenge, hier nun auch der Bericht.

Auf der Fahrt von Přerov nach Harnice, immer entlang des Flusses Morava, lag in Lipník nad Bečvou das Squash Cafe. Der Name hielt was er versprach: Das Cafe war ein kleiner Raum in der örtlichen Squash Halle. Was ich dort nicht erwartet hatte: leckeren Café und köstliche Pralinen! Unglaublich, was es für eine Auswahl gab. Warum wir uns vernünftig nur für vier verschiedene Pralinen entschieden haben, weiß ich beim besten Willen nicht mehr. 😉

Unsere Fahrt selbst führte über gut ausgeschilderte und asphaltierte Wege entlang des Flusses Morava. Wir fuhren ein Teilstück des „Greenway„, der Radroute von Wien nach Krakau. Wieder war ich begeistert von den tschechischen Radwegen. Die Strecke, auf der wir fuhren, war weitgehend vom Autoverkehr getrennt, führte meist direkt am Fluss entlang und war gut ausgeschildert. Einfach klasse.

Ach ja, zurück in Přerov kehrten wir zum Coffeeneuringabschluss standesgemäß im veloCAFÉ ein.

 

English Summary:

  1. Squash Cafe, Lipník nad Bečvou, Czech Republic
  2. Nov 17th, 2017
  3. Cappucino & yummie pralines from Olomouc
  4. We cycled from Přerov to Harnice, following the Greenway – a cycling route from Vienna to Krakow through the Czech Republic including the Moravian region. The paved cycle path along the river Morava was more than comfortable, moreover it was easy to follow the signs. Again I was impressed by the good Czech cycle network. The coffee itself surprised me: It’s the front room of a small squash arena offering delicious pralines from Olomouc.
  5. 35.6 km (22.1 miles)

Coffeeneuring VI – Näscherei

Eine Fahrt ins Paradies war meine sechste Coffeeneuringfahrt 2017. Fietes Tretlager musste ausgetauscht werden und ich nutzte die Gelegenheit statt auf direktem Weg zurückzufahren, einmal um die Alster zu fahren. Angesichts des Nieselwetters keine gute Entscheidung, da die Ostseite der Alster dann eher einem Schlammparkour gleicht. Es wird Zeit, dass auch hier endlich etwas für den Radverkehr getan wird!

Da lag die Näscherei genau richtig am Ende meines Alsterweges. Mein Brompton mit reinzunehmen ist hier kein Problem. Der Café ist einer der besten in Winterhude. Nun habe ich auch erfahren warum: Er wird aus Bohnen der Hamburger Kaffeerösterei gebraut, die ich beim Coffeeneuring 2015 entdeckt hatte und bei der ich seitdem öfter Kaffee kaufe. Der von mir wegen des leckeren Baisertoppings gewählte Kuchen war gut, hätte mir etwas mehr Früchte gewünscht oder den sonst von mir präferierten Butterkuchen wählen sollen. Da werde ich wohl bald wiederkommen.

 

English Summary:

  1. Näscherei, Hamburg
  2. Nov 15th, 2017
  3. Latte machiato & fruit cake
  4. I included the coffeeneuring into my ride to the Brompton Store where Fiete got its new bottom bracket. Bike lanes are partially available but the eastern part of the Alster lake was more like a muddy section. So coffee & cake were deeply needed.
  5. 12.8 km (7.95 miles)

Mit Ayk in Lednice

Es war ein Fest! Ende September lud Cyklospeziality, der tschechische Bromptonimporteur, zu den tschechischen und slowakischen Bromptonmeisterschaften in Lednice ein. Für mich eine gute Gelegenheit erstmals Tschechien zu bereisen und dabei auch noch ein Rennen zu fahren. Lednice liegt mitten in einer Weingegend im Dreiländereck Österreich – Tschechien – Slowakei, südlich von Brünn. Das hieß Ayk gut zu verpacken, um mit ihm nach Wien zu fliegen und dort ein wenig zu flanieren, bevor’s mit dem Zug weiter nach Breclaw (Lundenburg) ging.

Vor Ort wurde ich von tschechischen Bromptonauten herzlich Willkommen geheißen und wir fuhren direkt einmal die Strecke für Rennen am nächsten Tag ab. Ein Abstecher zum Schloss Lednice, das sich in der Kulturlandschaft Lednice-Valtice der UNESCO-Welterbeliste befindet, durfte nicht fehlen. Die wunderschöne Schloss- und Gartenanlage strahlte bei Sonnenschein. Start und Ziel des Rundkurses war die Burgruine des alten Jagdschlosses Janův hrad.

Das Bromptonrennen war eingebettet in ein Radfestival, sodass am Sonnabend diverse, teils außergewöhnliche Fahrräder getestet werden konnten. Leider nieselte es etwas, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat. Ich finde es immer wieder schön zu beobachten, wie fröhlich und glücklich Bromptonauten sind, sobald sie aufeinandertreffen. Schon bei der Registrierung wurde ich überrascht, hörte hinter mir unverhofft mit italienischem Akzent „Miriam, you’re here! Great to see you again.“ Beim Umdrehen entdeckte ich unverhofft Cesare, den ich gemeinsam mit seiner deutschen Freundin im letzten Jahr beim Feiern nach den Brompton World Championship Finals kennengelernt hatte. Die Bromptongemeinde ist doch klein. Herrlich.

Nun stand aber erst einmal Bike-Polo auf dem Programm. Für mich etwas komplett Neues. Mein Rennbrommie Ayk mit seinem 64er-Kettenblatt eignete sich nicht recht und ich durfte mir einen 6-Gang-M-Type leihen, der mir kleine Gänge offerierte. Gespielt wurde in Mannschaften à zwei Personen sieben Minuten lang gegeneinander. Gleich im ersten Spiel hatten wir die späteren Sieger als Gegner, die schon die letzte halbe Stunde fleißig den Ball übers Feld getrieben haben. Diesen Vorsprung konnten wir nicht einholen, schlugen uns aber respektabel bei glitschigem Untergrund. Nach dem ersten entsetzten Blick meines Gegners, als ich den Ball links neben mir mit dem Schläger in der rechten Hand schlagen wollte und letzteren zu diesem Zweck einmal über meinen Kopf schwang, verkniff ich mir solche Manöver. Gewinnen durch k.o. sollte es nicht werden. Ich hatte das Spiel getrackt und war erstaunt, dass ich tatsächlich einmal das gesamte Feld abgefahren hatte, ein lustiger Anblick. Bike-Polo mit Brommies ist tatsächlich ein großer Spaß. Allerdings wurde der Niesel heftiger und ich muss zugeben, dass wir vorzogen nicht weiter anzutreten sondern uns und unsere Räder fürs Rennen vorzubereiten.

Wie schon in London, setzte pünktlich zum Rennen der Regen ein. So war es eine besondere Herausforderung aufs Startsignal hin über den Rasen zu laufen oder besser zu glitschen, Ayk zu schnappen und aufzuklappen, um auf die Strecke zu gehen. Irgendetwas hakte beim Aufklappen, sodass ich über ein Dutzend Bromptonauten vor mir hatte, als ich endlich in die Pedale klickte. Letzteres fuhr mir kurz als risikoreich durch den Kopf, da die ersten Meter bis zur Holzbrück nicht nur matschig, sondern lehmig waren und ich mich fragte, ob ich bei einem Sturz wohl aus den Klickis kommen würde. Der Gedanke verflog schnell, als es auf die kaum radbreite Brücke zuging. Über das rutschige Holz ging’s in das erste kurze Waldstück mit schottrigem Untergrund. Dies mochten meine Kousac-Schrauben nicht. Kaum war ich irgendwie um die 90°-Kurve auf den folgenden Asphalt geglitten, musste ich sie erst einmal nachziehen, um nicht zu riskieren, dass die Schellen bei > 30 km/h aufspringen. Da lag auch schon der Erste an der Seite, der in der Kurve zu sehr rutschte. Aus dem Augenwinkel sah ich noch, wie er wieder aufstieg und losfuhr, alles o.k. Nun folgte eine Strecke wie in Norddeutschland: gerade asphaltiert mit ordentlichem Gegenwind. Für mich eine gute Gelegenheit den ein oder anderen zu überholen, bevor es an den „Berg“ ging. „Berg“ hieß in dem Fall eine kleine Steigung, die ich, die ich die norddeutsche Tiefebene gewohnt bin, deutlich merkte. Zum Glück wurde ich durch die vielen Kurven im Dorf, das wir dabei durchfuhren, abgelenkt. Weiter ging’s auf eine fiese Kopfsteinpflasterpassage. Gerade die Nässe machte sie besonders herausfordernd. Dafür wartete am Ende mein Lieblingsstück: die geteerte, abfallende Bundesstraße. Die enge Kurve war bei Nässe wieder herausfordernd, was leider dem Ungarn, den ich gerade überholt hatte, zum Verhängnis wurde. Ich hörte nur noch das Geräusch von Metall auf Asphalt und lautes Klappern – später im Ziel erfuhr ich, dass ihm zum Glück außer einigen blauen Flecken nichts passiert war. Nun ging’s bergab, herrlich! Doch gerade, als ich zum nächsten Überholmanöver ansetzen wollte, bemerkte ich ein mir aus Hamburg nur allzu vertrautes Geräusch: Ein Bus rauschte heran und ich konnte gerade noch abbremsen und mich hinter den Bromptonauten setzen, zu dessen Überholen ich angesetzt hatte, bevor der Bus auch schon mit einem Meter Abstand an mir vorbeisauste. Puh. Wie der Bus da trotz Sperrung im Ort auf dieses kurze Stück Bundesstraße kam, ist mir immer noch ein Rätsel. Nun war ich gewarnt und ließ die folgenden Autos vorbei, bevor ich endlich überholen konnte. Dann kam auch schon die nächste enge Kurve. Nun ging’s über asphaltierte, teils aufgebrochene und mit Schotter übersähte Feldwege. Es zahlte sich aus, dass wir die Strecke am Tag vorher schon abgefahren waren, so konnte ich vermeiden bei den nächsten Überholmanövern in tiefe Schlaglöcher zu geraten. Auch die zwei ausgebüxten Pferde am Straßenrand wunderten mich nicht und ich konzentrierte mich darauf in den engen Kurven nicht wegzurutschen. Vor mir wähnte ich eine Dame mit Rock, die ich überholen wollte, aber ich kam einfach nicht dichter als 200 m an sie heran. Dazu wurde der Untergrund kurz vorm Ziel noch einmal herausfordernd mit Schotter und Lehm. Mit aller Kraft trat ich in die Pedale, legte mich in die letzte Kurve und kam hinter der Ziellinie so gerade aus den Klickis, bevor ich mit Ayk schon wieder auf dem Rasen stand. „Zweite geworden“, dachte ich, als mir schon zugerufen wurde „Du bist Erste geworden!“. Wow, damit hatte ich nicht gerechnet. Die vermeintliche Lady vor mir stellte sich nun als Herr mit einem etwas längeren Mantel heraus – ohne Rock.

Was für ein Rennen. Vorm Wettfalten blieb noch Zeit, trockene Klamotten anzuziehen und vor allem uns am leckeren Kuchenbuffet zu stärken. Dann ging’s schon weiter. Bei den Herren gewann Ivo, dessen schnelles Falten ich schon in London & letztes Jahr in Wien bewundern durfte. Wobei der Zweitplatzierte dicht dran war und mit der Routine des täglichen Pendlers eine beeindruckende Geschwindigkeit hinlegte.

 

Bei den Damen faltete ich am schnellsten, wobei meine Gegnerinnen gerade im ersten Faltteil ordentlich Geschwindigkeit vorlegten. Es war mein schnellstes Falten bisher: 7,604 Sekunden!

 

Es war ein wunderbarer Tag. Vielen Dank an die tolle Organisation von Cyklospeziality. Großen Dank auch an die tschechischen Bromptonauten, mit denen ich abends noch im Weinkeller feiern durfte. Dabei wurde der Abend ein wenig zur Siegesfeier: Mit dabei waren die beiden schnellsten Herren, ich als schnellste Lady, einer der Sieger im Bike-Polo und mit mir und den beiden ersten Herren auch noch die fixesten Falter, nicht zu vergessen, der Herr mit den am besten aufeinander abgestimmten Farben von Helm, Outfit und Schuhen. 🙂

 

In der lokalen Presse finden sich hier weitere Fotos, die auch Eindrücke vom Bike-Polo zeigen.

Die Fotos von Cyklospeciality auf können Facebook angeschaut werden.

 

Coffeeneuring IV – Ollies

Auch die vierte Coffeeneuringfahrt führte zu einem Café in Ostrava, Tschechien. Bei Ollies gibt’s leckere, frischgebackene Kuchen. Ein guter Grund für uns, hier vor der Sightseeingtour zur Stärkung einzukehren. Wieder war’s kein Problem die Bromptons mit an den Tisch zu nehmen. Zitronenkuchen und Schwarzwälderkirschtorte schmeckten köstlich. Gerade Letztere überraschte mich, da ich sie in Deutschland eher als fettig erfahren habe und normalerweise einen weiten Bogen um sie mache. Bei Ollies schmeckte sie leicht – darf man „fluffig“ sagen? – und jede einzelne Schicht lecker.

Köstliche Kuchen bei Ollies

Hin fuhren wir überwiegend über Nebenstraßen und die gut ausgebauten Radrouten. Auch der weitere Weg in die Innenstadt fuhr sich entsprechend entspannt. Zu meinem Erstaunen konnten wir die Brommies sogar mit auf den Turm des Rathauses nehmen, von dem es eine spektakuläre Sicht über die Stadt gab. Interessant war auch zu sehen, dass zwischen den Häusern noch einige Zechentürme erhalten waren. Das war mir im Vorbeifahren so gar nicht aufgefallen.

 

English Summary:

  1. Ollies, Ostrava, Czech Republic
  2. Oct 31st, 2017
  3. Fresh mint tea & citron tarte
  4. Ostrava provides a really good network of cycle routes. To start our sight seeing tour we used some of these cycle routes and also some smaller streets to ride to Ollies.
  5. 18.5 km (11.5 miles)

Coffeeneuring III – Sweet secret of raw

Die dritte Coffeeneuringfahrt verbanden wir mit einer Sightseeingtour durch Ostrava, Tschechien. Die dortigen Velorouten verdienen ihren Namen. Meist führen sie abseits großer Straßen über eigene, recht breite Radspuren oder sind gut separiert vom Autoverkehr. Solche Routen hätte ich auch in Hamburg gerne! Durch Wohngebiete und Felder ging’s zunächst nach Süden an die Ostravice, einen Fluss, der in Ostrava in die Oder fließt und früher Grenzfluss zu Polen war. Am Fluss entlang führte ein gut ausgebauter Radweg bis ins Stadtzentrum.

Zum Café kehrten wir bei „Sweet secret of raw“ ein – die Bromptons selbstverständlich mit dabei. Das Café ist noch recht neu und schön hell eingerichtet. Der sogenannte „raw cake“ (= Rohkostkuchen, sprich nicht gebackener Kuchen) war köstlich. Die Kombination aus Kokos und grüner Gerste aß ich zum ersten Mal und war versucht, gleich noch weitere Stücke mit nach Hause zu nehmen.

Jedem, der Ostrava besucht, kann ich dieses süße Café und insbesondere die köstlichen Kuchen empfehlen!

 

 

English Summary:

  1. Sweet secret of raw, Ostrava, Czech Republic
  2. Oct 28th, 2017
  3. Cappucino & raw cakes
  4. Ostrava provides a really good network of cycle routes. After cycling a bit out of the city, coming back along the river Ostravice and some sight seeing we stopped at the raw food café.
  5. 36.3 km (22.6 miles)
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