BrommieX – mit Brommies 100km elbaufwärts

BrommieX – das hieß im Mai drei Bromptonauten fahren auf ihren Faltern 100km elbaufwärts ins Wendland.

Bis zum Abend davor ging ich davon aus, dass wir morgens entspannt losfahren, mittags irgendwo einkehren und am frühen Abend im Wendland sein werden. Der letzte Zug würde um 19h32 fahren, was ich als zu früh erachtete, wenn wir am Ziel noch in Ruhe mit unseren Gastgebern schnacken wollten. Entsprechend suchte ich schon nach dem Schlafsack. Soweit mein Plan. Ich hatte nicht mit meinen beiden Mitfahrern Christian und Dawid gerechnet. Vom einen hörte ich „Länger als sechs Stunden will ich nicht auf dem Rad sitzen!“, der andere postete direkt, dass er den Zug um halb vier bekommen möchte. Also auf zu einer mir neuen Art der Radtour!

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#BrommieX #HamburgBromptonPower #bikeHH

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Samstagmorgens um 8h30 trafen wir uns an den Deichtorhallen. Ein anderer Startpunkt scheint für Aktivitäten der Hamburger Bromptonfahrer kaum denkbar. Los ging’s mit Christians Worten „Bis zum Ziel werden wir keine einzige Ampel passieren.“ Unglaublich, aber es würde sich bewahrheiten. Am Großmarkt entlang ging’s über die Elbinsel Kaltehofe auf dem ehemaligen Bahndamm gen Geesthacht. Kurze Pausen gab’s zum Storch-, Reiher- und Rehegucken – es ist immer wieder beeindruckend, wie fix man aus der Stadt heraus und mitten in der Natur ist. An der Schleuse Geesthacht wurden die ersten 35km mit der ersten richtigen Pause belohnt. Richtige Pause hieß in dem Fall etwa zehn Minuten zum Snacken und Fotos posten. Im Laufe der Tour mussten wir uns noch auf eine korrekte Wortwahl einigen: „Fotopause“ = fix ein Foto schießen, „Postpause“ = Foto darf auch gepostet werden. 😉

Nach den schweren Regenfällen war das Sperrwerk geöffnet, die durchströmenden Wassermassen sahen beeindruckend aus. Südlich der Elbe fuhren wir hinter dem Deich weiter. Ab und an gab’s einen Blick drüber, der jedesmal wieder offenbarte wie viel Wasser die Elbe gerade führte. Selbst in den Elbtalauen, durch die wir später fuhren, stand teilweise das Wasser. Es fuhr sich sehr ruhig, fast eintönig hinterm Deich auf meist asphaltiertem Untergrund. Ein wenig erinnerte es mich ans Kachelzählen beim Schwimmtraining. Der Kilometerstand schien sich nur in Zeitlupe nach oben zu bewegen.

Ab Lauenburg verließen wir bald den Weg hinterm Deich, um durch das Biosphärenreservat Elbtalaue zu fahren. Letzteres ist übrigens UNESCO Weltkulturerbe. Die Weite dort ist wunderschön – und wunderbar flach. Dann ereilte mich das, was ich bei meinen bisherigen Touren mit Mittagspause noch nicht erlebt hatte: Nach vier Stunden im Sattel fiel meine Geschwindigkeit plötzlich unter 20km/h und meine Beine schienen in alle Richtungen zu wackeln statt einfach die Pedale senkrecht zu treten. Eine kurze Pause war nun doch fällig. Nach einigen Snacks ging’s wieder. Die Landschaft änderte sich erneut als wir uns den „Danneberger Alpen“ näherten. Nur kurz hielt ich den Ausdruck für einen Scherz. Dann fuhren wir über etwa einen Kilometer nur noch bergauf – bis auf den Kniepenberg mit seinen 100m Höhe.

Als hätten wir’s geplant, erreichten wir genau hier die 100km! Danke an Christian und Dawid, die die Bergankunft zum Fest gemacht haben!!

Nach diesem Anstieg erschien das Klettern auf den Aussichtsturm wie eine leichte Aufwärmübung. Belohnt wurden wir mit einem unglaublichen Blick aufs Elbtal.

Die letzten Kilometer versprachen noch einmal Spaß: 13% Steigung!! 69,9 km/h und 66 km/h erreichten meine beiden Mitfahrer. Ich machte den Fehler auf den Garmin zu schauen und bei 40 km/h zu bremsen. Der Blick auf den direkt folgenden Anstieg ließ mich die Bremsen wieder lösen, so dass ich mit Fiete immerhin auf 49 km/h kam!

Am Ziel erwartete uns bereits Pils, Kaffee und Kuchen – in dieser Reihenfolge. Genau das Richtige nach der Tour.

Ein großartiger Tag!!

 

Merci an Christian und Dawid, die stetig die Geschwindigkeit hochgehalten haben und Babsy, die uns im Ziel herzlich willkommen hieß!

Mit 40 Brommies in den Frühling

Pünktlich zur geplanten Brommieausfahrt wurde es warm in Hamburg. Während ich mit Maren noch an Ayks Griffen schraubte, füllte sich der Hof vorm Brompton Store Hamburg. Herrlich so viele in der Sonne glitzernde Bromptons mehrerer Generationen zu sehen, dazu die strahlenden Gesichter der FahrerInnen. Besonders fielen mir zwei über zehn Jahre alte Brommies auf: Sie waren top in Schuss, glänzten und nur einige Anbauteile wie die Bremshebel verrieten ihr Alter. Die Farbvielfalt war beeindruckend – nicht nur hanseatisch blau und schwarz. 🙂

Mit rund 40 Bromptonauten fuhren wir los gen und um den Flughafen. Gut, es dauerte ein wenig, bis wir aufbrechen konnten, da erst einmal alle Räder bewundert und diskutiert werden mussten.  Ich fuhr zum ersten Mal um den Flughafen und war erfreut über die entspannte Strecke. Außer uns waren nur einige Jogger und Spaziergänger unterwegs. Am CoffeeToFly mit Blick aufs Flugfeld wurde weiter gefachsimpelt. Schade nur, dass die Straße so von Autos zugeparkt ist. Umso schöner anschließend wieder durchs Grün zu fahren. Michael Schäfer führte uns routiniert über Hamburger Schleichwege, die uns – gerade in Eppendorf und Eimsbüttel – über erfreulich wenige Ampeln führten.

Herrlich, so in den Sonntag zu starten!

Voilà unsere Ausfahrt in Bildern:

 

 

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#brompton Ende der Frühlingsausfahrt.

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Und noch mehr Bilder & Videos hier.

Brommie Ausfahrt am 9. April

Die Sonne lacht über Hamburg, Fiete ist nach der Inspektion in größter Fahrlaune – Zeit den Frühling zu begrüßen!

Wir fahren am Sonntag, den 9.4. um 9:30 Uhr in einer Hamburg-Runde durchs Naturschutzgebiet rund um den Hamburger Flughafen – eine entspannte Strecke mitten in der Stadt mit wenigen Ampeln und viel Grün und Natur. Die Streckenlänge beträgt ca. 25 km.

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Coffeeneuring VI – draußen

Kaffee brüht
Kaffee brüht

Meine sechste Coffeeneuring-Fahrt in diesem Jahr war eine ganz besondere. Morgens um 6h30 trafen wir uns im Dunkeln bei -4°C an der Uni, um – angeführt vom „Green Rider“ – kreuz und quer durch Hamburg zu fahren. Das Ziel war uns unbekannt, es gab nur den Hinweis Holz, Kocher, Kaffee und Kekse mitzubringen. Nicht nur unsere Räder waren divers – vom Crosser übers Trike, Stadt- und Lastenrad bis zum Brompton – auch die Ladung: Feuerholz, ein Campingstuhl, Campingkocher und ein Minimalist trug seine mit Bonschen gefüllte Kaffeetasse locker am Gurt. Nachdem auch die selbst gebackenen Muffins samt Fahrerin angekommen waren, ging’s los. Es herrscht schon eine besondere Stimmung, wenn man Sonntagsmorgens über den schlafenden Dom fährt. In dem sich anschließenden Wechsel von rechts und links Abbiegen sowie einigen U-Turns ging es nach Westen. Zeitweise ahnte ich nur, in welchem Stadtteil wir uns wohl befanden. Irgendwann erreichten wir die Elbe, hinter uns ließen sich die ersten Sonnenstrahlen sehen. Rechtzeitig zum Sonnenaufgang fanden wir einen schönen Platz für den ersten Kaffee. Flugs war ein Feuer entfacht, der ein oder andere Campingkocher angeworfen und der erste Kaffee brühte. Leckere, selbst gebackene Kuchen, Muffins und Deftigeres machten die Runde. Was für ein schöner Start in diesen kühlen Herbsttag!

Erst als das Feuer runtergebrannt war, unterbrachen wir unsere Gespräche und löschten es endgültig. Equipment und nicht Verzehrtes wurde wieder auf die Räder gepackt. Nichts erinnerte am Strand mehr an unseren Besuch. Entspannt rollten wir zurück Richtung Landungsbrücken. Einer nach dem anderen bog nach Hause ab. Die Letzten verabschiedete ich am Hauptbahnhof und es fühlte sich seltsam an, nun alleine die Lange Reihe hochzufahren. Meine Zehen und Hände frohlockten allerdings bei der Aussicht auf ein warmes Bad. Es war klasse. Danke an den „Green Rider“ und alle Mitfahrenden für den schönen Sonntagmorgen!

 

English Summary:

  1. Riverside, Elbe, Hamburg
  2. Nov 13th, 2016
  3. Muffins, cake, biscuits, coffee
  4. Outdoor coffee ride, starting in the dark early morning (6h30, – 4°C) to enjoy the sunrise. One rider from Hamburg organized this surprise trip. We only knew we should bring wood, coffee, and cake. It was an amazing ride, partly in silence through the sleeping city on a Sunday morning.
  5. 44.3 km (27.5 miles)