BWC Finals 2018 – mein drittes Mal

Einige Wochen ist es nun schon her: Am letzten Wochenende im Juli standen die Brompton World Championship Finals an.

Zum dritten Mal in Folge hatte ich einen Startplatz für das Rennen direkt vorm Buckingham Palace. Diesmal – wenn die Flagge darauf es richtig angezeigt hat – sogar in Präsenz der Queen.

Nachdem wir – Bianca, Jule, Verena und ich – im letzten Jahr schnellstes Damenteam weltweit geworden sind, hatten wir in diesem Jahr keine Chance den Titel zu verteidigen. Jule & Verena hatten leider keinen Startplatz bekommen. Statt „team hamburgfiets“ hieß es in diesem Jahr also „team hamburgfiets international“: Bianca und ich starteten gemeinsam mit Ann und Jaqueline aus Belgien. Kurz stand angesichts der Nationalitäten der Name „Bier & Frittjes“ im Raum, dann schloss sich Valeria aus Barcelona an, team hamburgfiets international war gesetzt.

Die Aufregung war wieder da, auch wenn der dritte Start in Folge sich routinierter anfühlte. Diesmal machte Brompton es spannend und informierte im Vorfeld nicht über die Startnummern. So diskutierten und hofften wir bei der gemeinsamen Ausfahrt vom London Brompton Club am Abend vorher, was uns wohl erwarten würde. Diesmal hatte ich endlich Glück – mit den Startunterlagen erhielt ich die erhoffte Information, dass ich in Block A starten würde.

Startblock A !

Der Nachmittag in der Hospitality Area auf der Mall war wieder ein großen Familientreffen der Bromptonauten. Es war schön einzelne Mitglieder der Bromptonmafia und vom Melbourne Brompton Club wiederzutreffen. Dazu weitere bekannte Gesichter aus allen Ecken der Bromptonwelt. Mit Böen bis 70 km/h legte sich bald eine einheitliche Staubschicht über alle – immer noch besser als der Nieselregen des Vorjahres.

Dann ging’s auch schon los. Der Vorteil in Block A zu starten währte nur kurz: Der Sprecher gab die Blocks nicht an, ließ nur immer „den nächsten Block“ starten, das Chaos war perfekt. Ich kam gut weg, wurde nach rund 200m abrupt gestoppt: Es standen noch Barrieren vorm Kreisel am Buckhingham Palace! Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis sie weggeräumt waren, immer mehr Fahrer kamen von hinten nach, mussten stoppen. Gedanklich war ich schon wieder auf dem Weg zurück zur Startlinie, davon ausgehend, dass das Rennen erneut gestartet werden würde, da schlängelten sich die ersten Fahrer vorne durch, es ging weiter. Nu hatte ich leider den Anschluss nach vorne verloren. Egal. Ich trat an und kam fix in einen regelmäßigen Tritt. Mein Garmin zeigte fast konstant 35+ km/h an. Nur auf der Zielgeraden, bei direktem Gegenwind, sank der Schnitt auf teils 27. Nun gut, da hieß es also mich irgendwo zwischen die Fahrer zu mischen, um nicht zu viel Kraft zu verlieren. Das Windschattenfahren hatte ich kurz versucht, aber um mich herum wurde so kreuz und quer gefahren, dass ich zusah, einfach vorne weg zu fahren. Letzteres erwies sich als weise – zwei fiese Unfälle gab’s diesmal. Eine Lady lag schon in der zweiten Runde mit blutigem Gesicht am Boden. Zwar standen zwei Helfer vor ihr, um die Fahrer, um sie herum zu leiten, aber es dauerte bestimmt noch zwei Runden, bis sie endlich vom Kurs begleitet und versorgt wurde. Ein Grund mehr für mich, ordentlich Abstand zu halten und auf den Vorteil eines eventuellen Windschattens zu verzichten.

Ich hatte mein Tempo gefunden, hätte bestimmt schneller fahren können, aber so hatte ich die Muße das Rennen zu genießen. Bei jedem Einbiegen auf die Zielgerade animierte ich die Zuschauer, mich anzufeuern und trat besonders kraftvoll in die Pedale. Das Rufen und an-die-Bande-Klatschen trug mich die gesamte Zielgerade bis kurz vor den Buckingham Palace – großartig!

Zwischendurch blieb auch noch Luft besonders schick gekleidete Bromptonautinnen anzufeuern. Etwas weniger Renngenuß muss ich mir für nächstes Jahr vornehmen, denn kurz vorm Einbiegen in die achte und finale Runde überholte mich das Feld der schnellsten Fahrer und damit blieb’s für mich bei sieben Runden. Immerhin diesmal sehr entspannt. In Summe bedeutete dies einen 11. Platz bei den Damen. Kurz ärgerte ich mich, dass es nun doch nicht die Top 10 waren, dann erfuhr ich wer Emma Poley, die Erstplatzierte war: Vizeolympiasiegerin im Einzelzeitfahren, Weltmeisterin im Duathlon etc. Auch die nächsten Plätze waren mit Rennradfahrerinnen belegt. Da war ich doch stolz auf meinen 11. Platz, zu dem als einziges Training meine im Alltag zurückgelegten Fahrten sowie die ein oder andere entspannte Fahrt auf elbX gereicht hatten.

Großer Dank an Jule und Conny, deren Präsenz und Anfeuern wieder sehr wertvoll waren!

Ach ja, als „team hamburgfiets international“ mussten wir uns drei irischen Ladies knapp geschlagen geben. Vielleicht ein Grund im nächsten Jahr doch endlich einmal zu trainieren..

Berliner Fahrradschau 2018

Ein Wochenende im März und gleich zwei Radhighlights standen an: In Berlin die Fahrradschau und in Hamburg Pedale & Poeten. Da war gute Planung und Kombination gefragt – Dank der totalen Mobilität mit Brommie ein Klacks.

Berliner Fahrradschau

Freitag ging’s erstmal nach Berlin zur Fahrradschau. Die Vorfreude war in diesem Jahr etwas getrübt, Jule von Radelmädchen beschreibt treffend warum. Umso mehr freute ich mich, Jule zu sehen und mit ihr am ersten Abend durch die hintere Halle, die im Zeichen von URBAN LIFESTYLE, HANDMADE und VELO COUTURE® stand, zu schlendern. Wiebke von I Bike Berlin stieß auch bald dazu, das quasi Familientreffen konnte beginnen. Der erste Gang ging selbstverständlich zu myBoo aus Kiel. Schnell verging die Zeit mit vielen tollen Gesprächen mit neuen und alten Bekannten. Esther von Ride with Wolves hatte wieder reflektierende Unisex-Kleidung dabei und teilte sich einen Stand mit Comet, die ebenfalls Reflektierendes dabei hatte. Bei Alberto freuten wir uns, dass unser Feedback direkt umgesetzt worden war: Im letzten Jahr hatten wir moniert, dass die reflektierenden Radaufdrucke am Umschlag der Jeans für die Damen fast alle pink waren. Dieses Jahr glänzten sie größtenteils in Silber. Klasse! Nachdem ich mir im letzten Jahr schon eine der schwarzen Jeans gekauft hatte, musste diesmal eine graue mit. Sie sind einfach unglaublich bequem zum Radfahren und meine letztjährige ist trotz vielen Tragens & Waschens schwarz geblieben. Nur etwas an Form hat sie verloren. Mal schauen, wie sich die graue macht. Greta & Zulfi von VEL-OH hatten schicke neue Designs dabei – ich hätte am liebsten von jedem eine Tasche gekauft, aber noch sieht meine Errungenschaft aus dem letzten Jahr aus wie neu.

Bei FAHRER Berlin musste ich zweimal hinhören „Kennst du schon die „Windel“ ?“ Wie bitte? Was so lapidar „Windel“ genannt wurde, ist eine Art Überzug, der an den Speichenschutz früherer Damenräder erinnert. In diesem Fall ist der Schutz so zwischen Sattel, Kurbel und Hinterachse platziert, dass Schnee und Schmodder beim Pedalieren nicht an die Beine geworfen werden. Das würde ich im nächsten Winter glatt mal ausprobieren. Dazu hatten sie einen Bromptongepäckträger samt Tasche dabei, die beide schick aussahen.

Nachdem ich mir am Alltagsrad mal wieder die Felge fast runtergebremst habe und der Gedanke an ein n+1 Formen annimmt, nahm ich das Veloheld Lane näher in Augenschein. Quasi als großen Bruder von elbX. Schlimm, es war dann auch noch in einer Farbe ausgestellt, in der ich es am liebsten direkt vom Stand gefahren und mitgenommen hätte – „stahlgrau“, das für mich eher nach sehr dunklem Blauschwarz aussah.

Abgerundet wurde der Abend mit Gesprächen am Bromptonstand und BICICLI. Von Letzteren hatte ich schon gelesen, es aber bisher noch nicht in einen der Läden in Berlin geschafft. Das Konzept ist spannend: Neben den Geschäften, in denen nicht nur Räder verkauft werden sondern es auch Veranstaltungen zu Allem rund ums Rad gibt, bietet BICICLI Unternehmen ganzheitliche Mobilitätsberatung an.

Samstag ließen wir uns durch die große Halle treiben. Nachdem im letzten Jahr die Bambus- und Holzfahrräder herausstachen, überwogen 2018 Gravelbikes bzw. Crosser inklusive der entsprechenden Bikepacking-Ausrüstung. Für mich interessant war der Workshop von Schwalbe zum Thema „Tubeless“, bei dem viele technische Details vermittelt wurden. Nur die praktische Anwendung verpassten wir leider, da es mittags noch ein recht reduziertes, aber umso herzlicheres Bloggertreffen (s. dazu auch Jules Blogpost) gab.

Alles in allem war in diesem Jahr leider weniger los. Im verkleinerten Eventbereich war’s am Freitag und Samstag so ruhig, dass ich den Eindruck hatte, nur das Klackern der Bikepolospieler zu hören, wenn sie den Ball schlugen. Angenehm gestaltete sich dies in der großen Halle, da das Geschiebe durch Menschentrauben wegfiel und sie bequem fix durchquert werden konnte.

Mein persönliches Highlight war die Fahrt auf Sebastians Fatbike aus Titan, das Wheeldan nach seinen Vorstellungen gebaut hat. Unglaublich, dass es sich auf so einem Rad so schnell fahren lässt! Ich wäre am liebsten gar nicht mehr abgestiegen.

 

Bald hieß es Abschied nehmen, mich aufs Brompton schwingen und dann mit der Bahn gen Hamburg fahren, um rechtzeitig bei „Pedale & Poeten – le Fahrradabend“ zu sein. Dazu hier mehr.

 

Coffeeneuring VII – Squash Cafe

Vorletzten Sonntag endete die diesjährige Coffeeneuring Challenge. Kurz zuvor fuhren wir die letzte Fahrt der Challenge, hier nun auch der Bericht.

Auf der Fahrt von Přerov nach Harnice, immer entlang des Flusses Morava, lag in Lipník nad Bečvou das Squash Cafe. Der Name hielt was er versprach: Das Cafe war ein kleiner Raum in der örtlichen Squash Halle. Was ich dort nicht erwartet hatte: leckeren Café und köstliche Pralinen! Unglaublich, was es für eine Auswahl gab. Warum wir uns vernünftig nur für vier verschiedene Pralinen entschieden haben, weiß ich beim besten Willen nicht mehr. 😉

Unsere Fahrt selbst führte über gut ausgeschilderte und asphaltierte Wege entlang des Flusses Morava. Wir fuhren ein Teilstück des „Greenway„, der Radroute von Wien nach Krakau. Wieder war ich begeistert von den tschechischen Radwegen. Die Strecke, auf der wir fuhren, war weitgehend vom Autoverkehr getrennt, führte meist direkt am Fluss entlang und war gut ausgeschildert. Einfach klasse.

Ach ja, zurück in Přerov kehrten wir zum Coffeeneuringabschluss standesgemäß im veloCAFÉ ein.

 

English Summary:

  1. Squash Cafe, Lipník nad Bečvou, Czech Republic
  2. Nov 17th, 2017
  3. Cappucino & yummie pralines from Olomouc
  4. We cycled from Přerov to Harnice, following the Greenway – a cycling route from Vienna to Krakow through the Czech Republic including the Moravian region. The paved cycle path along the river Morava was more than comfortable, moreover it was easy to follow the signs. Again I was impressed by the good Czech cycle network. The coffee itself surprised me: It’s the front room of a small squash arena offering delicious pralines from Olomouc.
  5. 35.6 km (22.1 miles)

Coffeeneuring VI – Näscherei

Eine Fahrt ins Paradies war meine sechste Coffeeneuringfahrt 2017. Fietes Tretlager musste ausgetauscht werden und ich nutzte die Gelegenheit statt auf direktem Weg zurückzufahren, einmal um die Alster zu fahren. Angesichts des Nieselwetters keine gute Entscheidung, da die Ostseite der Alster dann eher einem Schlammparkour gleicht. Es wird Zeit, dass auch hier endlich etwas für den Radverkehr getan wird!

Da lag die Näscherei genau richtig am Ende meines Alsterweges. Mein Brompton mit reinzunehmen ist hier kein Problem. Der Café ist einer der besten in Winterhude. Nun habe ich auch erfahren warum: Er wird aus Bohnen der Hamburger Kaffeerösterei gebraut, die ich beim Coffeeneuring 2015 entdeckt hatte und bei der ich seitdem öfter Kaffee kaufe. Der von mir wegen des leckeren Baisertoppings gewählte Kuchen war gut, hätte mir etwas mehr Früchte gewünscht oder den sonst von mir präferierten Butterkuchen wählen sollen. Da werde ich wohl bald wiederkommen.

 

English Summary:

  1. Näscherei, Hamburg
  2. Nov 15th, 2017
  3. Latte machiato & fruit cake
  4. I included the coffeeneuring into my ride to the Brompton Store where Fiete got its new bottom bracket. Bike lanes are partially available but the eastern part of the Alster lake was more like a muddy section. So coffee & cake were deeply needed.
  5. 12.8 km (7.95 miles)

Coffeeneuring V – hüftgold

Die fünfte Coffeeneuringfahrt 2017 war kurz, quasi einmal um die Ecke ins Hüftgold. Wegen der leckeren, selbst gebackenen Kuchen & Torten dort sowie die gemütliche Atmosphäre sollte es trotzdem eins meiner Ziele in diesem Jahr sein. Drinnen erwartete uns eine große Auswahl an Torten. Da ist mein erster Gedanke meist: „Schnell das erste Stück essen und gleich das nächste aussuchen!“ Das große Stück schwedischer Mandeltorte war so lecker und gehaltvoll, dass das kosten eines anderen Kuchens undenkbar war. Ein guter Grund, bald wieder herzukommen.

Die Fahrt dorthin ist unspektakulär und biete alles, was in Hamburg verbessert werden muss: unbenutzbare Radwege, Verkehrsteilnehmer gefährdende Falschparker, zugeparkte Kreuzungen, .. – und das auf rund vier Kilometern Hin- und Rückweg.

 

English Summary:

  1. hüftgold, Hamburg
  2. Nov 8th, 2017
  3. Latte machiato & yummie swedish cream almond cake
  4. Biking in that area isn’t really fun as streets are blocked by parked cars. But the cake is worth it 🙂
  5. 4 km (2.49 miles)

 

 

 

 

 

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