Schnäppchen Falschparken

Rad zu fahren ist in Hamburg nicht immer ein Vergnügen. Falschparker tragen wesentlich dazu bei. Diejenigen, die auf kombinierten Geh- und Radwegen parken, kann ich meist umgehen, indem ich auf der Straße fahre.

Aber was machen Menschen, die einen Kinderwagen schieben, der Postbote mit seinem breiten Postrad, wie kommen die älteren Herrschaften aus den umliegenden Alters- und Pflegeheimen mit ihren Rollatoren hier zurecht?

Falschparker behindert Kinderwagendurchfahrt in der Eichenstraße
Falschparker behindert Kinderwagendurchfahrt in der Eichenstraße

Hält das Bußgeld nicht vom Falschparken ab?

 

Bussgelder für Falschparken im europäischen Vergleich
Bußgelder für Falschparken im europäischen Vergleich
[Quelle: Initiative Clevere Städte]

Deutschland liegt ganze 75% unter dem Durchschnitt dieser EU-Länder. Polemisch könnte ich sagen, Falschparken gibt’s bei uns zum Schnäppchenpreis.  Dies wird noch deutlicher beim Blick auf den Anteil des Bußgeldes am Pro-Kopf-Einkommen der Länder.

 

Anteil des Bussgeldes am monatlichen pro Kopf Nette Haushaltseinkommen
Anteil des Bußgeldes am monatlichen pro Kopf-Netto-Haushaltseinkommen
[Quelle: Initiative Clevere Städte]

Dazu kommt mein subjektiver Eindruck, dass in Hamburg Falschparken kaum geahndet wird.  Auf meinem täglichen Arbeitsweg quer durch Hamburg kann ich ziemlich treffsicher voraussagen, wo Autos in der Kurve, auf dem Rad-/Gehweg oder Rad-/Schutzstreifen geparkt sind.  „things on bike lanes“ dokumentiert dies ebenfalls.

Kinder, die vor Schulen wegen Falschparkern auf die Straße ausweichen müssen, vorm Überqueren der Straße vor der Schule durch die Parker kaum sichtbar sind, sind einem höheren Unfallrisiko ausgesetzt.  Angesichts der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer durch Falschparker wundert es mich, dass die Bußgelder nicht höher sind.

Die Initiative Clevere Städte hat dieses Wochenende eine  Online-Petition gestartet, die das Ziel hat, die Bußgelder für Falschparken in Deutschland auf ein durchschnittliches europäisches Niveau zu bringen.

hamburgfiets , viele Fahrradblogs und Facebookseiten weisen gemeinsam auf die Petition hin. Den Anfang hat velophil auf ZEIT online gemacht. Unterstützt wird die Petition bereits von vielen Erstunterzeichnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden (s. Initiative Clevere Städte).

Bitte unterstützen auch Sie die Petition!

=> hier der Link

3 comments

  1. Das immerwährende Thema. Aus diesem Grunde habe ich immer meine Aufkleber „Park nicht auf unseren Wegen“ dabei. Jegliche negative Opferenergie wird so in positive Täteraktionen umgewandelt. Wie man es rechtlich richtig macht kann man hier finden: http://www.gehwege-frei.de/rechtliche-aspekte/parke-nicht-aufkleber.html

    Habe in Blogs gelesen, dass eine konsequente Anwendung ganze Straßenzüge mit Falschparkern leerfegen kann.

    Unterschrieben habe ich die Petition natürlich auch.

  2. Ich würde eine Anpassung auf jeden Fall begrüßen.

    Es gibt zwei Varianten, wie man selbst aktiv werden kann, denn wenn man möchte, dass sich etwas ändert, kann man ja mal bei sich anfangen.

    Variante 1: Die Privatanzeige
    Auf der Seite des Hamburger ADFC’s sind die Details beschrieben.
    http://www.hamburg.adfc.de/verkehr/selbst-etwas-tun/beschwerdewegweiser/falschparker/

    Variante 2: Die Polizei informieren
    Unter der zentralen Nummer der Polizei Hamburg wird man über die Adresse in das zuständige Revier verbunden und eine Streife kümmert sich um die Sachlage.
    Telefonvermittlung der Polizei Hamburg Tel: 040 4286-50

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