„Winter bike to work day“ am 9. Februar

Am 9. Februar 2018 ist internationaler „Winter bike to work day“ oder auch Winter-Fahrradpendlertag. Das klingt nach einem Tag, den ich gerne mitfeiere und an dem ich, wie immer mit dem Rad zur Arbeit fahren werde. Mit der richtigen Kleidung und guten Reifen fährt es sich im Winter ebenso gut wie im Rest des Jahres. In Hamburg bin ich zudem meist schneller als die motorisierten Kollegen, da ich am Autostau vorbeifahre.

Ins Leben gerufen hat diesen Pendlertag 2013 ein kanadisch-finnisches Gemeinschaftsprojekt, das damit bewusst machen wollte, dass das ganze Jahr über Rad gefahren werden kann. Auf der dazugehörigen Webseite kann sich jeder Pendler registrieren. Eine Weltkarte zeigt anschaulich, welche Orte und Regionen vertreten sind. Wer möchte, kann sich an der „Surprise“ beteiligen. Dabei wird per Zufallsprinzip ein weiterer Teilnehmer ausgewählt, mit dem man anschließend ein kleines – beispielsweise landestypisches – Geschenk austauscht.

Besonders sympathisch finde ich die Idee des Landkreises Göppingen: Verschiedene Cafés, Einzelhändler und Bäckereien spendieren den teilnehmenden Radfahrern ein warmes Getränk. Informationen dazu gibt’s beim ADFC Göppingen.

Bisher (6.2., 19h16) haben sich 8989 Pendler registriert, 271 davon aus Deutschland – ich bin eine der 120 aus Hamburg. 🙂

Sei dabei!

Auf zum Ahrberg – mein erstes Mal

Auf zum Ahrberg #5 oder wie es in der Ankündigung sinngemäß hieß „die letzte Herbstfahrt des Jahres“ am ersten Dezemberwochenende. Als die Strecke gepostet wurde, las ich eine für mich beeindruckende Länge von 138 Kilometern. Schon im letzten Jahr tanzte „AzA“ durch meine Facebook-Timeline, mit einigen Bromptonauten überlegte ich mit Fiete diese Crosstour anzugehen. Angesichts von Temperaturen um die Null Grad und heftigem Regen in den Tagen davor, nahm ich 2016 noch Abstand davon. Ich gebe zu, auch die Aussicht mit einem völlig verdreckten Fiete anschließend um die Badewanne zu konkurrieren, schreckte mich.

In diesem Jahr sollte es anders werden, mit elbX hatte ich nun das perfekte Rad. Irgendwann im Herbst erwähnte ich einer Freundin gegenüber, dass ich mit dem Gedanken spielen würde, mitzufahren, aber nicht die richtigen Radklamotten hätte – meine letzte Ausrede, um doch zu kneifen. Als Antwort bekam ich direkt Tipps zu passender Bekleidung und damit war besiegelt, dass wir mitfahren würden. Noch zwei Tage vorher saßen wir abends beim Wein und überlegten angesichts der angekündigten -1°C mit Südwestwind, wieviele Lagen Shirts & Hosen notwendig sein würden und versicherten uns, dass wir beim kleinsten Anzeichen von Niesel nicht starten würden. Freitagabend war klar, es würde trocken bleiben. Das hieß, endlich die Cleats unter meine neuen Radstiefel zu schrauben und jede Menge Riegel einzupacken. Vor der Streckenlänge hatte ich gehörigen Respekt. Bislang war ich erst einmal mit dem Brompton rund 100 km relativ fix am Stück gefahren. Für die rund 120 km-Tour mit elbX von Bremen nach Hamburg im September hatten wir uns entspannt den ganzen Tag Zeit genommen und zwischendurch immer wieder die Sonne genossen. Immerhin lagen einige 40km-Fahrten auf dem Brommie in der Woche davor hinter mir.

Dann war’s soweit, Sonnabendmorgen ab neun Uhr wurde es voll am Ausgang des alten Elbtunnels südlich der Elbe. Bestimmt 60 Fahrer*innen sammelten sich, schnackten noch ein wenig und dann ging’s los. Dank eines letzten Fotos & dem direkten Runterfallen meines erstmals angesteckten Ass-Savers, fuhren wir direkt ganz hinten. Egal, erst einmal raus aus dem Hafengebiet gen Bunthäuser Spitze hieß es und zu versuchen eine Geschwindigkeit zu finden, mit der ich die gesamte Strecke fahren kann, ohne dem Drang nachzugeben, irgendwie an die vor mir Fahrenden heranzukommen. Da direkt ein großer Dank an Olaf, der mich am Anfang ob der vermeintlich langsamen Geschwindigkeit beruhigt hat und der sich als super Tourenpartner für die Strecke erwiesen hat! Kurz darauf kam das erste unbefestigte Stück mit einem quer liegenden Baum – aufregend für mich, erstmals trug ich elbX über ein Hindernis. Das fühlte sich gleich an wie großes Crosskino. Passend dazu trafen wir Dawid und Gert wieder, das Viererdreamteam für den Rest des Tages war komplett.

Kurz darauf fuhren wir unter dem Maschener Güterbahnhof durch. Dieser 300m lange und nur 1,80m hohe Tunnel ließ meinen Puls steigen: Nur alle ca. 50m gab es einen Lichtschacht, neben dem schmalen Weg trennte uns kein Gitter vom Flüsschen Seeve und keiner von uns schien den Tunnel vorausgeahnt zu haben – wir rollten im Dustern. Abgesehen davon, dass ich mich nicht traute die Hände vom Lenker zu nehmen, hätte ich mit den zwei Paar Handschuhen übereinander mein Vorderlicht nicht anknipsen können. Keiner sprach, wir rollten schweigend. Ich war froh, dass vor mir Olaf mit seinem Trike fuhr und damit schon drei Fahrspuren mit potenziellen Hindernissen abdeckte. Nach einem gefühlten Kilometer endete der Tunnel endlich.

Weiter ging’s in ein forderndes Waldstück, das uns mit tiefem Sand begrüßte. Während die anderen schon schoben, dachte ich, dass ich elbX irgendwie fahrend durch den Sand bringen würde. Da war der Wunsch Vater des Gedanken: Schnell sanken meine Räder zentimetertief ein, das Rad kippte in Zeitlupe nach rechts und ich landete auf dem kiefernadelweichen Boden. Nun wusste ich, dass ich die Cleats richtig eingestellt hatte, die Stiefel lösten sich schon im Fall von den Pedalen. Schiebend ging’s weiter, bevor ein etwas befestigteres Stück den Wald entlang folgte. An der nächsten Kurve schwenkten wir wieder in den Wald, kurz währte die Freude über die Windstille, dann hieß es wieder absitzen und schieben. Diesmal war Matsch die Ursache. Er war so tief, dass ich kurz fürchtete, er würde mir bis in die Stiefel laufen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich alle Gedanken an irgendeine schöne Durchschnittsgeschwindigkeit verworfen. Mein Garmin tat sein Übriges dazu, indem er immer wieder anzeigte „no recording“ da er keine Bewegung über drei km/h mehr feststellen konnte. Ein etwas festerer Sandweg erlaubte ein erneutes Aufsteigen und Fahren. Es ging zwar mit etwas Gegenwind bergauf, aber wie die angezeigten zehn km/h hatte es sich für mich nicht angefühlt. Unglaublich, wie viel Sand, Steigung und Wind ausmachen! „No recording“ zeigte der Garmin erneut an, als es später über altes Kopfsteinpflaster bergauf ging. Der Fixiefahrer, der zu dem Zeitpunkt noch mit uns fuhr, war schon abgestiegen und schob..

Together. #AzA5 #cyclingUnites #ridewithaview

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Nach etwa vier Stunden, etlichen Anstiegen und etwa 75km erreichten wir als Letzte den Ahrberg, wo netterweise das Versorgungsteam auf uns wartete. Selten hat mir ein Schwarzbrot besser geschmeckt. 1000 Dank, dass ihr noch da wart!

Meine Überlegung ab Winsen/Luhe den Zug zurück zu nehmen wurde torpediert von der Aussicht nun keine Schiebestrecken mehr zu haben und „nur noch“ 50 km zu fahren. Wie ich auf die 50km kam, weiß ich bis heute nicht. Ohne diesen Glauben wäre ich wohl nicht weitergefahren. Relativ direkt ging’s zur Elbe, an der wir Olaf verabschiedeten. Kurz vor Harburg dachte ich noch einmal über die S-Bahn nach, aber der Gedanke, das Rad nun auf einen Bahnsteig tragen zu müssen und ggf. in der Kälte auf die Bahn zu warten, ließ mich weiterfahren. Dazu trug bei, dass Dawid uns über die schöne alte Elbbrücke über die Süderelbe führte, die auch im Dunkeln faszinierte. Die letzten Kilometer hatte ich nur noch meine Badewanne vor Augen. Ich stoppte vor der Haustür nur kurz, um elbX abzubürsten und genoss wenige Minuten später das Gefühl auftauender Knochen.

Was für ein Tag, was für ein Erlebnis!

 

Mein Fazit:

Das Menschliche:

  • Dank an Babsy, die mich mit ihren Klamottentipps im Vorfeld darin bestärkte, dass die Tour irgendwie zu schaffen wäre.
  • Ohne das Viererdreamteam wäre ich wohl nicht durchgefahren. Danke euch Dreien, dass ihr so tolle Tourenpartner wart!

Das Material:

  • Die Radstiefel von Vaude haben sich bewährt, meine Füße wurden nur selten kalt, schon kurzes Absteigen und Gehen wärmte für die nächsten Kilometer.
  • Der Tipp zum Radfahren den eigentlich für Skilanglauf gedachten Primaloftrock von Löffler zu nutzen war Gold wert. Danke Lyss!
  • Meine jahrelang zum Rudern genutzte Windjacke war nicht mehr wirklich winddicht, da muss Ersatz her.
  • Drei Lagen unterschiedlich langer und dicker Merinoshirts hielten warm. Den Tipp darunter noch ein „Plastik“-Trikot zu ziehen, um die Feuchtigkeit vom Körper wegzutransportieren, werde ich beim nächsten Mal ausprobieren.
  • Die Kombination aus winddichter Sommerwanderhose, dreiviertel Radhose und langer, dünner Merinohose war warm genug.
  • Zwei Paar Handschuhe – ein dünnes vom Joggen und dickere Skihandschuhe – waren ok. Etwas Winddichteres möchte ich beim nächsten Mal nutzen.
  • Die dünne Daunenjacke, die im Packsack unterm Oberrohr hing, habe ich zwar nicht genutzt, aber es war beruhigend zu wissen, dass ich sie jederzeit hätte auspacken können. Ich würde sie wieder mitnehmen.
  • In der Oberrohrtasche war die Technik verstaut. Zwar brauchte ich den Akkupak diesmal erstaunlicherweise nicht für den Garmin, aber ich würde ihn wieder mitnehmen.
  • Das Vorderlicht von knog gab trotz voller Akkuladung recht fix auf. Da war ich froh einen zweiten Satz Anstecklichter dabei zu haben.
  • In der Satteltasche steckten Flickzeug und Riegel, die Luftpumpe kam beim Platten eines anderen Fahrers zum Einsatz. Riegel habe ich zu wenige gegessen, was ich am Zittern abends merkte. Ich werde sie beim nächsten Mal mit Traubenzucker ergänzen.
  • Auch wenn ich die zweite Wasserflasche nur angebrochen habe, möchte ich nicht auf sie verzichten.
  • Das warme Ingwerwasser im 500ml Thermobecher am Lenker wärmte auf dem Ahrberg gut auf. Schade, dass ich nicht früher daran gedacht hatte, etwas davon zu trinken.

Das Rad:

  • elbX hat sich bewährt. Er fährt sich traumhaft, ist wunderbar leicht und ich bin nach wie vor begeistert von seinem Anblick. Danke an Christian von bikespresso, dass du mich so gut beraten und ihn mit mir zusammengebaut hast!

Hier gibt’s ein Video samt Bericht zur Fahrt.

 

Nun wird es Zeit, dass ich endlich mein Rezensionsexemplar von „Rad und raus“ lese, um noch mehr Tipps zum Querfeldeinfahren und Bikepacking zu bekommen. Weitere Motivation geben mir das Buch „Randonnée – ein Ultracycling Tagebuch“ und eine Satteltasche, in die mehr als Flickzeug und Riegel passen. Die größte Inspiration bekomme ich sowieso aus der tollen Hamburger Radcommunity. Ich freue mich aufs kommende Jahr und weitere lange Fahrten!

 

 

 

Euch ein frohes, neues Jahr und immer genug Luft im Reifen!

 

 

Coffeeneuring VII – Squash Cafe

Vorletzten Sonntag endete die diesjährige Coffeeneuring Challenge. Kurz zuvor fuhren wir die letzte Fahrt der Challenge, hier nun auch der Bericht.

Auf der Fahrt von Přerov nach Harnice, immer entlang des Flusses Morava, lag in Lipník nad Bečvou das Squash Cafe. Der Name hielt was er versprach: Das Cafe war ein kleiner Raum in der örtlichen Squash Halle. Was ich dort nicht erwartet hatte: leckeren Café und köstliche Pralinen! Unglaublich, was es für eine Auswahl gab. Warum wir uns vernünftig nur für vier verschiedene Pralinen entschieden haben, weiß ich beim besten Willen nicht mehr. 😉

Unsere Fahrt selbst führte über gut ausgeschilderte und asphaltierte Wege entlang des Flusses Morava. Wir fuhren ein Teilstück des „Greenway„, der Radroute von Wien nach Krakau. Wieder war ich begeistert von den tschechischen Radwegen. Die Strecke, auf der wir fuhren, war weitgehend vom Autoverkehr getrennt, führte meist direkt am Fluss entlang und war gut ausgeschildert. Einfach klasse.

Ach ja, zurück in Přerov kehrten wir zum Coffeeneuringabschluss standesgemäß im veloCAFÉ ein.

 

English Summary:

  1. Squash Cafe, Lipník nad Bečvou, Czech Republic
  2. Nov 17th, 2017
  3. Cappucino & yummie pralines from Olomouc
  4. We cycled from Přerov to Harnice, following the Greenway – a cycling route from Vienna to Krakow through the Czech Republic including the Moravian region. The paved cycle path along the river Morava was more than comfortable, moreover it was easy to follow the signs. Again I was impressed by the good Czech cycle network. The coffee itself surprised me: It’s the front room of a small squash arena offering delicious pralines from Olomouc.
  5. 35.6 km (22.1 miles)

Coffeeneuring VI – Näscherei

Eine Fahrt ins Paradies war meine sechste Coffeeneuringfahrt 2017. Fietes Tretlager musste ausgetauscht werden und ich nutzte die Gelegenheit statt auf direktem Weg zurückzufahren, einmal um die Alster zu fahren. Angesichts des Nieselwetters keine gute Entscheidung, da die Ostseite der Alster dann eher einem Schlammparkour gleicht. Es wird Zeit, dass auch hier endlich etwas für den Radverkehr getan wird!

Da lag die Näscherei genau richtig am Ende meines Alsterweges. Mein Brompton mit reinzunehmen ist hier kein Problem. Der Café ist einer der besten in Winterhude. Nun habe ich auch erfahren warum: Er wird aus Bohnen der Hamburger Kaffeerösterei gebraut, die ich beim Coffeeneuring 2015 entdeckt hatte und bei der ich seitdem öfter Kaffee kaufe. Der von mir wegen des leckeren Baisertoppings gewählte Kuchen war gut, hätte mir etwas mehr Früchte gewünscht oder den sonst von mir präferierten Butterkuchen wählen sollen. Da werde ich wohl bald wiederkommen.

 

English Summary:

  1. Näscherei, Hamburg
  2. Nov 15th, 2017
  3. Latte machiato & fruit cake
  4. I included the coffeeneuring into my ride to the Brompton Store where Fiete got its new bottom bracket. Bike lanes are partially available but the eastern part of the Alster lake was more like a muddy section. So coffee & cake were deeply needed.
  5. 12.8 km (7.95 miles)

Coffeeneuring V – hüftgold

Die fünfte Coffeeneuringfahrt 2017 war kurz, quasi einmal um die Ecke ins Hüftgold. Wegen der leckeren, selbst gebackenen Kuchen & Torten dort sowie die gemütliche Atmosphäre sollte es trotzdem eins meiner Ziele in diesem Jahr sein. Drinnen erwartete uns eine große Auswahl an Torten. Da ist mein erster Gedanke meist: „Schnell das erste Stück essen und gleich das nächste aussuchen!“ Das große Stück schwedischer Mandeltorte war so lecker und gehaltvoll, dass das kosten eines anderen Kuchens undenkbar war. Ein guter Grund, bald wieder herzukommen.

Die Fahrt dorthin ist unspektakulär und biete alles, was in Hamburg verbessert werden muss: unbenutzbare Radwege, Verkehrsteilnehmer gefährdende Falschparker, zugeparkte Kreuzungen, .. – und das auf rund vier Kilometern Hin- und Rückweg.

 

English Summary:

  1. hüftgold, Hamburg
  2. Nov 8th, 2017
  3. Latte machiato & yummie swedish cream almond cake
  4. Biking in that area isn’t really fun as streets are blocked by parked cars. But the cake is worth it 🙂
  5. 4 km (2.49 miles)

 

 

 

 

 

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